Hannya Noh-Maske aus Hinoki, Shōwa-Zeit

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Artikelnummer: NOH-MASK-HANNYA-CARVED-HINOKI-SHOWA-6900 Kategorie:

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Beschreibung

Hannya-Noh-Maske — Geschnitztes Hinoki, Gofun, Polychromie und vergoldete Augen, Shōwa-Zeit

Japan · Shōwa-Zeit · 20. Jahrhundert · Noh-Maske · Hannya · Hinoki-Zypresse · Gofun · Polychromie · Tusche · Vergoldete Augen · Lebensgröße

Eine ausdrucksstarke und fein ausgeführte japanische Hannya-Noh-Maske (能面 般若), aus einem einzigen Block Hinoki-Zypresse geschnitzt und mit traditionellem Gofun-Grund, polychromen Pigmenten, Tuschezeichnung und markanten vergoldeten Augen versehen.

Unter den rund zweihundert Maskentypen des Noh-Repertoires ist kaum eine so unmittelbar erkennbar wie die Hannya. Ihr gehörntes Gesicht verkörpert eine Frau, die durch Eifersucht, Trauer und seelische Qual verwandelt wurde — eine übernatürliche Gestalt, deren erschreckendes Äußeres dennoch unverkennbar menschliche Emotionen bewahrt.

Dieses lebensgroße Exemplar folgt dem etablierten Hannya-Kanon mit großer Sorgfalt: asymmetrischer Ausdruck, tief modellierte Brauen, goldene Augen mit durchbohrten Pupillen, einzeln gezeichnete Haare, hervortretende Hörner und vier sichtbare Fangzähne. Dadurch kann sich der Ausdruck der Maske je nach Neigungswinkel und Lichteinfall dramatisch verändern.


Hannya — Eine der großen Masken des Noh

Die Hannya (般若) gehört zu den ikonischsten Masken des japanischen Noh-Theaters.

Obwohl sie häufig vereinfachend als Dämonenmaske bezeichnet wird, ist ihre Bedeutung wesentlich komplexer. Hannya verkörpert eine Frau, deren Eifersucht, Trauer und Groll sie in ein furchterregendes übernatürliches Wesen verwandelt haben.

Hörner und Fangzähne zeigen die Verwandlung, während Brauen, Mund und Gesichtsmodellierung Spuren menschlichen Leidens bewahren. Diese Spannung zwischen Zorn und Trauer ist entscheidend für die außergewöhnliche Ausdruckskraft der Maske.


Aus Hinoki-Zypresse geschnitzt

Die Maske wurde aus einem einzigen Block japanischer Zypresse (Hinoki) geschnitzt, einem traditionellen Material der japanischen Maskenschnitzerei.

Das Gesicht wurde auf der Vorderseite sorgfältig modelliert und auf der Rückseite ausgehöhlt, wodurch das Gewicht reduziert wird und die Maske korrekt vor dem Gesicht des Darstellers sitzen kann.

Im Inneren sind die parallelen Spuren des gerundeten Schnitzeisens deutlich erhalten und dokumentieren unmittelbar den handwerklichen Entstehungsprozess.


Gofun-Grund und polychrome Oberfläche

Das geschnitzte Holz ist mit einem traditionellen Gofun-Grund versehen, der die helle Basis für die anschließende Farbgestaltung des Gesichts bildet.

Die Stirn erhebt sich als breite, glatte Fläche in einem blassen elfenbeinweißen Ton, während Wangen und Kiefer allmählich in einen wärmeren Hautton übergehen.

Zurückhaltende rote Akzente an den Nasenlöchern, den inneren Augenrändern und den Mundwinkeln verleihen Wärme, ohne den bewusst blassen Teint zu dominieren.


Eine helle Hannya von vornehmem Charakter

Die Farbgebung besitzt innerhalb der traditionellen Bildsprache der Hannya-Masken besondere Bedeutung.

Hellere Gesichter werden im Allgemeinen mit Frauen höheren gesellschaftlichen Ranges verbunden, während zunehmend rote oder dunkle Masken einen niedrigeren Rang oder ein weiter fortgeschrittenes und gewaltsameres Stadium der Verwandlung andeuten können.

Der helle, sanft gerötete Teint dieses Exemplars verleiht ihm daher den Charakter des höheren Registers der Hannya-Tradition: das Bild einer vornehmen Frau, die von überwältigenden Emotionen verzehrt und verwandelt wurde.


Der Ausdruck — Zwischen Trauer und Zorn

Die Brauen gehören zu den wichtigsten Elementen der Schnitzerei.

Sie bilden zwei schwere, gefurchte Wölbungen über den Augen, sind jedoch bewusst asymmetrisch: Eine Seite sitzt geringfügig höher und wirkt etwas entspannter als die andere.

Dies ist kein Fehler, sondern ein wesentliches Element der theatralischen Wirkung der Maske.

Wird das Gesicht nach unten geneigt, sammeln sich Schatten um die Augen und die Maske kann traurig oder sogar weinend erscheinen. Wird sie dagegen zum Licht angehoben, treten Augen, Hörner und Fangzähne stärker hervor und dasselbe Gesicht kann plötzlich Zorn und Bedrohung ausstrahlen.


Vergoldete Augen mit durchbohrten Pupillen

Die Augen sind goldfarben ausgeführt und bilden einen intensiven übernatürlichen Kontrast zum blassen Gesicht.

Kleine gebohrte Pupillen in der Mitte der Augen dienen sowohl der visuellen Gestaltung als auch der erforderlichen Sichtlinie beim Tragen der Maske.

An den Rändern der goldenen Flächen sind leichte, mit der Handhabung vereinbare Abriebspuren erkennbar, ohne dass ihre starke visuelle Wirkung verloren geht.

Bei gerichtetem Licht fängt das Gold das Licht eindrucksvoll ein und trägt wesentlich zum wechselnden Ausdruck der Maske bei.


Vier markante Kiba

Der Mund öffnet sich breit über den unteren Gesichtsbereich und ist an den Lippen mit rotem Pigment akzentuiert.

Im Inneren befinden sich zwei Reihen dunkler Zähne sowie vier markante Fangzähne (kiba), die in einem hellen gelbgrünen Farbton vor dem tiefroten Mundraum hervorgehoben sind.

Die Fangzähne verdeutlichen die übernatürliche Verwandlung, während die geschwollene Unterlippe und das schwere, herabhängende Kinn das für den Hannya-Typ charakteristische menschliche Leiden bewahren.


Hörner und Haare

Zwei blass gelbgrüne Hörner wachsen aus ovalen schwarzen Haarpartien an den Schläfen.

Von diesen dunklen Bereichen aus ziehen sich einzelne Haarsträhnen in feinen Tuschelinien über die Stirn. Die kebiki-artige Ausführung zeichnet jedes Haar einzeln, bevor es sich in Richtung der Ohren in lockere Strähnen auflöst.

Der Kontrast zwischen hellem Gesicht, dunklem Haar und hervorstehenden Hörnern erzeugt die unverwechselbare Silhouette der Hannya.


Fein gezeichnetes Haar in Tusche

Die Haardarstellung zeigt große Aufmerksamkeit für feine Details.

Anstatt als geschlossene schwarze Fläche behandelt zu werden, sind die einzelnen Strähnen separat in Tusche gezeichnet, wodurch Bewegung und Textur über Stirn und Schläfen entstehen.

Die erhaltene Linienzeichnung ist klar und bildet einen wichtigen grafischen Kontrast zur stark plastischen Modellierung des Gesichts.


Geschnitzte und durchbrochene Ohren

Die Ohren sind frei von den Seiten des Kopfes herausgeschnitzt und entsprechend den etablierten Konstruktionskonventionen von Noh-Masken durchbrochen.

Zusammen mit der ausgehöhlten Rückseite und den Befestigungsöffnungen an den Schläfen zeigen diese Details, dass das Objekt den funktionalen Konstruktionsprinzipien eines tragbaren nōmen folgt und nicht lediglich als flache dekorative Darstellung eines Hannya-Gesichts geschaffen wurde.


Hannya auf der Noh-Bühne

Die Hannya-Maske erscheint in bedeutenden dramatischen Werken des Noh-Repertoires, insbesondere in Stücken über Eifersucht, Verrat, Besessenheit und übernatürliche Verwandlung.

Sie wird mit Figuren wie dem rachsüchtigen Geist der Rokujō no Miyasudokoro in Aoi no Ue, Kiyohime in Dōjōji, der Dämonenfrau in Kurozuka und dem verwandelten Shite in Momijigari verbunden.

In diesen Aufführungen ermöglicht die Maske dem Darsteller, etwas Komplexeres als einen gewöhnlichen Dämon zu verkörpern: ein menschliches Bewusstsein, das von Emotionen überwältigt wird, die stark genug sind, seine physische Erscheinung zu verändern.


Eine Maske, die sich mit dem Licht verändert

Eine der charakteristischen Eigenschaften hochwertiger Noh-Masken ist ihre Fähigkeit, je nach Bewegung und Beleuchtung unterschiedliche Emotionen auszudrücken.

Die asymmetrischen Brauen, hervortretenden Wangenknochen, tiefen Augenhöhlen, goldenen Augen und die Modellierung des Mundes reagieren beim Neigen der Maske auf das Licht.

Diese Transformation ist ein zentrales Element der visuellen Sprache des Noh: Eine leichte Abwärtsbewegung kann Trauer vermitteln, während das Anheben des Gesichts Zorn und übernatürliche Intensität hervortreten lässt.


Die Rückseite — Spuren des Schnitzprozesses

Die Rückseite bewahrt die bearbeitete Oberfläche des Schnitzprozesses und wurde nicht vollständig geglättet.

Breite Spuren des Schnitzeisens sind über dem oberen Bereich sichtbar, ebenso die rückseitige Modellierung von Nase und Mundöffnung.

Das Hinoki-Holz ist zu einem warmen Mittelbraun nachgedunkelt und besitzt eine gleichmäßige, ruhige Patina; seine gerade Maserung bleibt deutlich erkennbar.

Diese Innenflächen geben einen wichtigen Einblick in die Konstruktion der Maske und ihren handgeschnitzten Charakter.


Himo-Befestigungslöcher

Zwei sauber gebohrte Öffnungen an den Schläfen dienen der Aufnahme der Himo-Schnüre, mit denen eine Noh-Maske befestigt wird.

Die Position dieser Öffnungen entspricht zusammen mit dem ausgehöhlten Inneren und den durchbohrten Augen der funktionalen Konstruktion einer lebensgroßen Noh-Maske.


Keine sichtbare Signatur des Maskenschnitzers

Auf den untersuchten Flächen ist keine Signatur eines Maskenschnitzers sichtbar.

Wie bei vielen japanischen Masken schließt das Fehlen einer sichtbaren Signatur eine Beurteilung anhand von Schnitzerei, Material, Konstruktion, Oberflächenbehandlung und Einhaltung traditioneller Maskenkonventionen nicht aus.

Eine Zuschreibung an einen bestimmten Maskenschnitzer wird für dieses Exemplar daher nicht vorgenommen.


Shōwa-Zeit — 20. Jahrhundert

Diese Maske stammt aus der Shōwa-Zeit des 20. Jahrhunderts.

Ihre Konstruktion führt die etablierten Techniken und die Bildsprache der traditionellen Noh-Maskenschnitzerei fort: Hinoki-Holz, ausgehöhlte Rückseite, Gofun-Grund, polychrome und mit Tusche ausgeführte Dekoration, goldene Augen und sorgfältig kontrollierte Asymmetrie.

Sie repräsentiert damit die Fortführung einer Theater- und Skulpturtradition, deren kanonische Formen über Generationen japanischer Maskenschnitzer weitergegeben wurden.


Zustand

Die Maske ist strukturell stabil; es wurden keine Risse, Spaltungen oder offensichtlichen Restaurierungen festgestellt.

An natürlichen Erhebungen zeigen sich geringe Pigmentabriebe, insbesondere an den Spitzen der Hörner, den Augenrändern und dem Rand der Unterlippe.

Kleine, unauffällige Verluste des weißen Grundes sind an Teilen des Außenrandes sichtbar, also genau dort, wo eine Maske beim Aufnehmen und Befestigen üblicherweise berührt wird.

Die polychrome Oberfläche ist ansonsten gleichmäßig und gut erhalten; auch die feine Tuschezeichnung der Haare ist klar und weitgehend vollständig.

Insgesamt befindet sich die Maske in einem für ihr Alter ausgezeichneten Erhaltungszustand mit nur begrenzten altersbedingten Gebrauchsspuren.


Präsentation

Als lebensgroße Hannya-Maske besitzt das Stück auch als eigenständig ausgestelltes Objekt eine erhebliche Präsenz.

Die hervortretenden Hörner, goldenen Augen und kräftig modellierten Gesichtszüge reagieren besonders wirkungsvoll auf kontrolliertes gerichtetes Licht, wodurch sich einige der dramatischen Ausdrucksveränderungen nachvollziehen lassen, für die Noh-Masken berühmt sind.

Der auf den Fotografien sichtbare Ständer dient der Präsentation und Fotografie.


Sammlerinteresse

Diese Hannya vereint zahlreiche charakteristische Merkmale einer traditionellen japanischen Noh-Maske: geschnitzte Hinoki-Konstruktion, Gofun-Grund, sorgfältig kontrollierte Polychromie, goldene Augen, feine Tuschezeichnung der Haare, funktionale Himo-Löcher und eine ausdrucksstarke asymmetrische Modellierung.

Der helle Teint, die stark modellierten Gesichtszüge und die erhaltene handbearbeitete Rückseite machen sie sowohl als skulpturales Objekt als auch als Beispiel für die fortlebende japanische Noh-Maskentradition besonders interessant.

Für Sammler japanischer Masken, des Noh-Theaters, japanischer Skulptur oder traditioneller darstellender Künste bietet sie eines der unmittelbar erkennbarsten und emotional eindrucksvollsten Motive des gesamten Noh-Repertoires.


Spezifikationen

  • Objekt: Japanische Noh-Maske (nōmen / omote)
  • Typ: Hannya (般若)
  • Herkunft: Japan
  • Periode: Shōwa-Zeit, 20. Jahrhundert
  • Größe: Lebensgröße / ungefähr Maßstab 1:1
  • Hauptmaterial: Japanische Zypresse (Hinoki)
  • Konstruktion: Aus einem einzigen Holzblock geschnitzt
  • Grundierung: Gofun
  • Dekoration: Polychrome Mineralpigmente und Tusche
  • Augen: Vergoldet, mit durchbohrten Pupillen
  • Hörner: Zwei, blass gelbgrün
  • Fangzähne: Vier markante Kiba
  • Haare: Feine, einzeln in Tusche gezeichnete Linien
  • Innenseite: Von Hand ausgehöhlt, sichtbare Werkzeugspuren
  • Himo-Löcher: Zwei gebohrte Öffnungen an den Schläfen
  • Signatur: Keine sichtbare Signatur des Maskenschnitzers
  • Zustand: Strukturell stabil; geringe altersbedingte Abriebspuren und kleine Verluste des Gofun-Grundes
  • Präsentation: Ständer auf den Fotografien dient der Präsentation

Eine ausdrucksstarke lebensgroße japanische Hannya-Noh-Maske aus der Shōwa-Zeit, aus einem einzigen Block Hinoki-Zypresse geschnitzt und traditionell mit Gofun, polychromen Pigmenten, feiner Tuschezeichnung der Haare und markanten goldenen Augen gestaltet. Die bewusst asymmetrischen Brauen, durchbohrten goldenen Augen, hervortretenden Hörner und vier Fangzähne lassen den Ausdruck je nach Neigung der Maske zwischen Trauer und Zorn wechseln. Die handbearbeitete Rückseite bewahrt sichtbare Werkzeugspuren, eine warme natürliche Patina und funktionale Himo-Löcher, während die bemalte Oberfläche bemerkenswert gut erhalten ist. Ein ausdrucksstarkes Beispiel eines der ikonischsten und emotional komplexesten Maskentypen der japanischen Noh-Tradition.

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