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Edo-Koshirae mit Hannya, Bekko-Saya & signiertem Kogatana

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Artikelnummer: EDO-PERIOD-KOSHIRAE-HANNAYA-240123 Kategorie: Schlagwort:

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Beschreibung

Japanisches Schwert-Koshirae mit Hannya-Maskenbeschlägen und goldgefärbter Schlangenhaut am Tsuka — Edo-Zeit, 19. Jahrhundert

Japan · Edo-Zeit · 19. Jahrhundert · Koshirae · Hannya-Maskenbeschläge · Echte Bekko-Saya · Goldgefärbte Schlangenhaut · Signiertes Kogatana · Mokko-gata Eisen-Tsuba

Ein besonders charakteristisches japanisches Schwert-Koshirae des 19. Jahrhunderts, das eine ungewöhnlich luxuriöse Materialauswahl mit einem konsequent ausgeführten Hannya-Maskenmotiv verbindet.

Die Montierung besitzt eine Saya aus echtem Bekko (Schildpatt) mit charakteristischer bernsteinfarbener und schwarzer Maserung sowie einen traditionell gewickelten Tsuka über goldfarben gefärbter Schlangenhaut anstelle des üblichen Same. Die Beschläge folgen einem einheitlichen Hannya-Thema.

Die Saya bewahrt außerdem ihren Kozuka mit zugehörigem signierten Kogatana, was das Ensemble vollständiger macht und für Sammler japanischer Schwertbeschläge von besonderem Interesse ist.


Vollständiges japanisches Schwert-Koshirae

In der japanischen Schwertterminologie bezeichnet Koshirae die vollständige äußere Montierung eines Schwertes, einschließlich Saya, Tsuka, Tsuba und weiterer Beschläge.

Dieses Beispiel erscheint als visuell zusammenhängendes Ensemble und nicht als lose Kombination nicht zusammengehöriger Teile, da die wichtigsten Beschläge durch ein bewusst eingesetztes Hannya-Bildprogramm miteinander verbunden sind.

Die Kombination aus Bekko, vergoldeter Dekoration, dunkel patiniertem Metall und ungewöhnlicher Schlangenhaut unter der Griffwicklung verleiht dem Stück einen ausgesprochen individuellen Charakter.


Saya aus echtem Bekko

Die Saya (Schwertscheide) besteht aus echtem Bekko (Schildpatt) und zeigt die charakteristische transparente Maserung in Bernstein-, Braun- und Schwarztönen.

Das natürliche Muster erzeugt eine stark dekorative Oberfläche, ohne dass umfangreiche bildliche Lackmalerei erforderlich ist, und verleiht der Saya ein elegantes organisches Erscheinungsbild.

Bekko war in der japanischen Kunst ein luxuriöses Material und ist bei Schwertmontierungen wesentlich seltener als herkömmlich lackiertes Holz.


Bernstein-schwarz gemaserte Oberfläche

Die Saya zeigt unregelmäßige Flächen in warmem Bernstein, Braun und tiefem Schwarz, die über ihre gesamte Länge ein natürliches Muster bilden.

Die dekorative Wirkung entsteht aus der Struktur des Materials selbst und nicht durch gemalte oder eingelegte Ornamente.

Die warme Maserung bildet einen starken Kontrast zu den schwarzen Lackteilen und den dunkleren Metallbeschlägen des Tsuka.


Schwarz lackiertes Koiguchi und Kurikata

Die Saya besitzt kontrastierende schwarz lackierte Beschläge an Koiguchi und Kurikata.

Das Koiguchi verstärkt den Mund der Schwertscheide, während das Kurikata als Befestigungspunkt für das Sageo dient.

Die dunkle Oberfläche dieser Elemente schafft eine klare optische Abgrenzung zu den warmen, durchscheinenden Farbtönen des Bekko.


Kozuka und signiertes Kogatana

Die Saya enthält eine Kozuka-Tasche mit dem zugehörigen Kozuka und einem kleinen Gebrauchsmesser, dem Kogatana.

Das Kogatana ist signiert, ein für Sammler wichtiges Detail, das dieses Ensemble von unvollständigen Montierungen unterscheidet, bei denen das ursprüngliche Beimesser verloren gegangen ist.

Der Erhalt dieses Elements trägt wesentlich zur Vollständigkeit des Koshirae bei.


Kozuka aus Shakudō Nanako-ji

Das Kozuka besitzt einen dunklen Shakudō-Grund mit Nanako-ji, einer fein gepunzten, fischrogenartigen Oberflächenstruktur der japanischen Metallkunst.

Die Oberfläche zeigt ein Motiv aus fließenden Wasserpflanzen und einer Gruppe von Beeren, die in kontrastierendem goldfarbenem Relief ausgeführt sind.

Die Kombination aus Shakudō und Gold erzeugt einen subtilen, aber ausgesprochen raffinierten Kontrast.


Goldene Takazōgan-Dekoration

Teile des Kozuka-Dekors sind in goldenem Takazōgan ausgeführt, einer Hochrelief-Einlagetechnik, bei der die Verzierung über den dunkleren Metallgrund hinausragt.

Dadurch entsteht sowohl farblicher als auch plastischer Kontrast, und die goldenen Elemente fangen das Licht über der strukturierten Shakudō-Oberfläche ein.

Das Ergebnis ist eine kleine, aber technisch anspruchsvolle Metallarbeit innerhalb des Gesamt-Koshirae.


Traditionell gewickeltes Tsuka

Das Tsuka (Griff) besitzt ein traditionelles braunes Tsukamaki im typischen alternierenden Rautenmuster japanischer Schwertgriffe.

Die warmen Brauntöne harmonieren mit der bernsteinfarbenen Bekko-Saya und bewahren zugleich eine zurückhaltende Gesamtpalette.

Durch die Wicklung wird außerdem das ungewöhnliche darunterliegende Material sichtbar.


Goldgefärbte Schlangenhaut

Anstelle des üblichen Same (Rochenhaut) liegt unter dem Tsukamaki goldfarben gefärbte Schlangenhaut.

Diese Materialwahl ist vergleichsweise ungewöhnlich und verleiht dem Griff eine charakteristische Struktur, die durch die Öffnungen der Wicklung sichtbar bleibt.

Der Goldton verbindet das Material optisch mit den vergoldeten Hannya-Beschlägen sowie den Goldakzenten an Kozuka und Tsuba.

Für Sammler ist die Verwendung von Schlangenhaut ein besonders bemerkenswertes Detail.


Einheitliches Hannya-Thema

Die Metallbeschläge folgen konsequent einem Hannya-Maskenmotiv, wodurch sich am Griff ein geschlossenes ikonographisches Programm ergibt.

Statt voneinander unabhängiger Motive wiederholen Kashira und Menuki dasselbe dramatische Bild und erzeugen dadurch den Eindruck eines bewusst aufeinander abgestimmten Ensembles.

Diese thematische Geschlossenheit gehört zu den wichtigsten Eigenschaften des Koshirae.


Kashira in Form einer Hannya-Maske

Das Kashira ist als Hannya-Maske aus dunkel patiniertem Metall gestaltet.

Vergoldete Hörner und eingelegte Augen verstärken den Ausdruck und betonen den dramatischen, theatralischen Charakter.

Der Kontrast zwischen dunklem Metall und Gold passt hervorragend zur übrigen Schwarz-Braun-Gold-Palette des Ensembles.


Hannya-Menuki

Unter dem Tsukamaki befinden sich Menuki mit Hannya-Masken in vergoldetem Relief.

Die Wiederholung desselben Motivs auf Menuki und Kashira sorgt für eine klare dekorative Kontinuität entlang des Griffes.

Die kleinen plastischen Elemente sind teilweise durch die Wicklung sichtbar und verleihen der Montierung zusätzliche Tiefe.


Das Hannya-Motiv

Die Hannya gehört zu den bekanntesten Masken des japanischen Noh-Theaters und stellt eine Frau dar, die durch Eifersucht, Verbitterung und seelische Qual in eine dämonische Gestalt verwandelt wurde.

Ihr Ausdruck vereint Zorn, Trauer und übernatürliche Intensität und macht sie zu einem besonders eindrucksvollen Motiv für Schwertbeschläge.

Auf diesem Koshirae erzeugt die wiederholte Verwendung der Hannya-Maske eine klare narrative Identität.


Dramatische Ikonographie des Noh-Theaters

Hannya-Darstellungen besitzen einen wichtigen Platz in der japanischen Bildkultur, insbesondere im Noh-Theater und in späteren dekorativen Künsten.

Die Hörner, starrenden Augen und markanten Gesichtszüge lassen sich besonders wirkungsvoll in kleinformatige Metallarbeiten übertragen.

Die Verwendung auf Kashira und Menuki zeigt, dass das Motiv offenbar ein zentraler Bestandteil des Gestaltungskonzepts war.


Mokko-gata Eisen-Tsuba

Die Montierung besitzt eine Mokko-gata Tsuba aus Eisen mit der charakteristischen vierlappigen Kontur.

Das dunkle Eisen bildet einen zurückhaltenden strukturellen Gegenpol zu den warmen Farbtönen der Bekko-Saya und des Tsuka.

Die relativ schlichte Form lässt zugleich die plastischeren Hannya-Beschläge optisch dominieren.


Goldenes Nunome-zōgan-Rankenwerk

Entlang des Tsuba-Randes befindet sich feines goldenes Nunome-zōgan-Rankenwerk.

Bei Nunome-zōgan wird Edelmetall auf eine fein kreuzweise angeraute Eisenfläche aufgebracht, wodurch sich filigrane lineare Dekoration ohne starkes Relief erzeugen lässt.

Das zurückhaltende Goldmuster ergänzt die weiteren vergoldeten Details des Koshirae.


Ein geschlossenes Dekorationsprogramm

Die Stärke dieses Stückes liegt nicht nur in der Qualität der einzelnen Materialien, sondern vor allem in ihrer Verbindung zu einem einheitlichen Gesamtbild.

Die warme Bekko-Saya, das braune Tsukamaki, die goldgefärbte Schlangenhaut, die vergoldeten Hannya-Beschläge sowie die Goldakzente an Kozuka und Tsuba folgen einer durchgängigen Farbpalette.

Das Ergebnis ist ein Koshirae mit starker visueller Identität und bemerkenswerter dekorativer Raffinesse.


Luxuriöse Materialien

Die Verwendung von echtem Bekko für die Saya und goldgefärbter Schlangenhaut unter dem Tsukamaki unterscheidet dieses Koshirae deutlich von konventionelleren Montierungen aus Lack und Same.

Beide Materialien bringen markante Strukturen und Farben ein, während die goldenen Metallbeschläge den luxuriösen Charakter zusätzlich verstärken.

Die Kombination weist auf eine Montierung hin, bei deren Gestaltung Materialwirkung und visuelle Präsenz bewusst berücksichtigt wurden.


Bewusst abgestimmtes Ensemble

Die konsequente Verwendung des Hannya-Motivs auf Kashira und Menuki spricht stark dafür, dass die Beschläge als abgestimmte dekorative Gruppe ausgewählt oder gefertigt wurden.

Diese thematische Einheit wirkt wesentlich überzeugender als eine zufällige spätere Zusammenstellung nicht zusammengehöriger Beschläge.

Ohne dokumentierte Provenienz kann die Montierung jedoch keinem bestimmten Besitzer oder Auftraggeber zugeschrieben werden.


Handwerkskunst der Edo-Zeit

Materialien, Konstruktion und Metallarbeiten sind mit einem sorgfältig ausgestatteten japanischen Koshirae der Edo-Zeit des 19. Jahrhunderts vereinbar.

Solche Montierungen vereinten zahlreiche Spezialhandwerke, darunter Saya-Herstellung, Metallarbeit, Griffwicklung und die Verarbeitung luxuriöser Dekorationsmaterialien.

Dieses Stück zeichnet sich besonders durch die Verbindung traditioneller Schwertmontierungstechniken mit ungewöhnlicheren Materialien und einem konsequenten ikonographischen Thema aus.


Sammlerinteresse

Dieses Koshirae besitzt mehrere Merkmale von besonderem Sammlerinteresse: eine echte Bekko-Saya, goldgefärbte Schlangenhaut unter dem Tsukamaki, abgestimmte Hannya-Beschläge, eine dekorierte Mokko-gata Eisen-Tsuba und das erhaltene signierte Kogatana in der Kozuka-Tasche.

Jedes dieser Merkmale ist bereits für sich bemerkenswert; ihre Kombination macht das Ensemble außergewöhnlich charakteristisch.

Für Sammler von Nihontō-Beschlägen, Samurai-Kunst, Noh-Ikonographie oder dekorativer Kunst der Edo-Zeit handelt es sich um eine besonders ausdrucksstarke Montierung.


Größe und Präsentation

Das Koshirae misst ungefähr 65 cm in der Gesamtlänge.

Seine Proportionen eignen sich für die Präsentation auf einem Katana-kake, in einer Vitrine oder innerhalb einer größeren Sammlung japanischer Waffen und Rüstungen.

Die warmen Töne des Bekko und die vergoldeten Elemente wirken besonders eindrucksvoll unter kontrollierter gerichteter Beleuchtung.


Zustand und Erhaltung

Als antike Montierung des 19. Jahrhunderts kann das Stück alters- und gebrauchsbedingte Spuren aufweisen, die seiner Epoche entsprechen.

Bekko, Lack, textile Griffwicklung und Metallbeschläge sollten sorgfältig behandelt und vor übermäßiger Wärme, direkter Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit und scheuernden Reinigungsmitteln geschützt werden.

Besondere Vorsicht ist bei der Schildpatt-Saya und der ungewöhnlichen Schlangenhaut-Unterlage geboten, da beide wesentlich zum historischen und dekorativen Charakter des Ensembles beitragen.


Spezifikationen

  • Objekt: Japanische Schwertmontierung (Koshirae)
  • Periode: Edo-Zeit, 19. Jahrhundert
  • Herkunft: Japan
  • Gesamtlänge: Ca. 65 cm
  • Saya: Echtes Schildpatt (Bekko)
  • Saya-Erscheinung: Bernstein-, braun- und schwarzgemasert
  • Koiguchi: Schwarzer Lack
  • Kurikata: Schwarzer Lack
  • Tsuka: Traditionell gewickelter Griff
  • Tsukamaki: Traditionelle braune Wicklung
  • Tsuka-Unterlage: Goldgefärbte Schlangenhaut
  • Same: Nicht als primär sichtbare Unterlage verwendet
  • Kashira: Hannya-Maske aus dunkel patiniertem Metall
  • Kashira-Dekoration: Vergoldete Hörner und eingelegte Augen
  • Menuki: Hannya-Masken in vergoldetem Relief
  • Tsuba: Mokko-gata Eisen-Tsuba
  • Tsuba-Dekoration: Goldenes Nunome-zōgan-Rankenwerk
  • Kozuka: Shakudō Nanako-ji mit goldener Reliefdekoration
  • Kozuka-Motiv: Wasserpflanzen und Beeren
  • Kogatana: Vorhanden
  • Kogatana-Signatur: Signiert
  • Hauptmotiv: Hannya-Maske
  • Hauptmaterialien: Bekko, Eisen, Shakudō, Gold, Textil und Schlangenhaut
  • Zustand: Antiker Zustand mit altersbedingten Gebrauchsspuren

Ein außergewöhnlich charakteristisches japanisches Koshirae der Edo-Zeit des 19. Jahrhunderts mit echt gemaserter Bekko-Saya, braunem traditionellem Tsukamaki über ungewöhnlicher goldgefärbter Schlangenhaut, aufeinander abgestimmtem Kashira und Menuki mit Hannya-Masken, Mokko-gata Eisen-Tsuba mit goldenem Nunome-zōgan sowie einem Shakudō-Nanako-ji-Kozuka mit erhaltenem signierten Kogatana. Die wiederholte Hannya-Ikonographie bildet ein bewusst geschlossenes Dekorationsprogramm, während die Kombination aus Schildpatt, vergoldeten Metallarbeiten und goldfarbener Schlangenhaut der Montierung einen außergewöhnlich individuellen Charakter verleiht. Gesamtlänge ca. 65 cm.

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