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Japanische Samurai-Rüstung (Gusoku) – Signiert von Ietada der Saotomé-Schule | Frühe Edo-Zeit | Tokubetsu Kichō Shiryō

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Beschreibung

Komplette Japanische Samurai-Rüstung (Gusoku)

Signiert „Ietada“ (家忠) · Saotomé-Schule · Frühe Edo-Zeit · Tokubetsu Kichō Shiryō zertifiziert

Eine außergewöhnliche vollständige Gusoku-Rüstung aus der frühen Edo-Zeit, zugeschrieben der renommierten Saotomé-Schule und mit der Signatur Ietada (家忠) auf dem Helm versehen. Sie vereint außergewöhnliche künstlerische Qualität mit hervorragend dokumentierter Provenienz und stellt ein herausragendes Beispiel japanischer Samurai-Rüstungen aus den ersten Jahrzehnten des Tokugawa-Shogunats dar – einer Epoche, in der sich militärische Funktionalität und repräsentative Eleganz zu vollendeter Harmonie verbanden.

Im Gegensatz zu vielen heute erhaltenen Samurai-Rüstungen, die im Laufe der Jahrhunderte aus unterschiedlichen Einzelteilen zusammengesetzt wurden, zeichnet sich dieses Ensemble durch eine bemerkenswerte technische und stilistische Geschlossenheit aus. Kabuto, Menpō, , Sode, Kote, Haidate und Suneate weisen eine außergewöhnliche Übereinstimmung in Materialien, Lackierung, Seidenverschnürung und handwerklicher Ausführung auf. Es gibt keinerlei Hinweise auf eine spätere Zusammensetzung aus verschiedenen Rüstungen (Yoseate). Diese außergewöhnliche Kohärenz wird zusätzlich durch das beiliegende Gutachten bestätigt und macht diese Rüstung zu einem selten vollständig erhaltenen historischen Ensemble.

Entstanden in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts, kurz nach der Errichtung des Tokugawa-Shogunats, gehört diese Rüstung in eine Zeit, in der sich die japanische Rüstungskunst zum klassischen Tōsei Gusoku entwickelte. Während frühere Rüstungen vor allem den Anforderungen der kriegerischen Sengoku-Zeit dienten, spiegelten die Rüstungen der frühen Edo-Zeit zunehmend Rang, Ansehen und kulturellen Anspruch ihres Trägers wider. Hochwertige Lackarbeiten, sorgfältig ausgeführte Metallverzierungen und kostbare Seidenverschnürungen verbanden sich mit bewährter Schutzwirkung zu Meisterwerken japanischer Handwerkskunst.

Dieses Exemplar verkörpert diese Entwicklung in eindrucksvoller Weise. Vergoldete Beschläge, tief indigoblaue Seidenverschnürung, fein ausgeführte Makie-Dekorationen sowie hervorragend modellierte Metallarbeiten verleihen der Rüstung eine außergewöhnliche Präsenz und unterstreichen gleichzeitig ihre historische Authentizität. Die dokumentierte Signatur, die erhaltene Genealogierolle sowie die offizielle Zertifizierung heben sie deutlich von den meisten auf dem internationalen Markt angebotenen Edo-Rüstungen ab.


Der Helm (Kabuto)

Der Helm bildet zweifellos das herausragende Zentrum des gesamten Ensembles. Er ist als klassischer Hoshi-bachi gefertigt, dessen Helmglocke aus zahlreichen vernieteten Eisenplatten besteht. Die regelmäßig angeordneten erhabenen Nieten verleihen dem Helm jene charakteristische Struktur, die hochwertige japanische Helme auszeichnet. Diese anspruchsvolle Konstruktion erforderte außergewöhnliches handwerkliches Können und zählt bis heute zu den angesehensten Bauformen japanischer Helme.

Die Helmglocke trägt die Signatur 家忠 (Ietada), einen historisch belegten Namen innerhalb der bedeutenden Saotomé-Schule. Diese Signatur stellt keine isolierte Inschrift dar, sondern gehört zu einer Reihe überlieferter Werkstattnamen, die von mehreren Generationen der Saotomé-Meister verwendet wurden und die historische Zuschreibung des Helms überzeugend untermauern.

An der Vorderseite befindet sich ein prachtvolles Paar vergoldeter Messing-Kuwagata, deren harmonische Proportionen dem Helm sofort eine imposante Erscheinung verleihen. Darunter schmückt ein tiefschwarz lackierter Rō-iro Mabezashi die Stirnpartie und trägt einen meisterhaft ausgeführten goldenen Makie-Drachen. Mit feinstem Pinsel gestaltet, vermittelt das Motiv Dynamik und Eleganz und verdeutlicht die enge Zusammenarbeit zwischen Lackkünstlern und Rüstungsmeistern bei hochwertigen Auftragsarbeiten der Edo-Zeit.

Das eindrucksvollste plastische Element des Helms ist jedoch zweifellos der prächtig ausgeführte Shishi auf der Vorderseite. Aus dunkel patiniertem getriebenem Metall gearbeitet, beeindruckt er durch außergewöhnliche Detailtreue: jede Locke der Mähne ist einzeln herausgearbeitet, die Pupillen fein graviert und die Zähne sorgfältig vergoldet. Die plastische Modellierung verleiht der Darstellung eine außergewöhnliche Lebendigkeit und macht sie zu einem der kunstvollsten dekorativen Elemente der gesamten Rüstung. In der japanischen Symbolik steht der Shishi traditionell für Mut, Wachsamkeit und göttlichen Schutz – Tugenden, die eng mit dem Ideal des Samurai verbunden sind.

Abgerundet wird der Helm durch seinen elegant aufgebauten Shikoro, dessen lackierte Lamellen in harmonischen Stufen herabfallen und durch tief indigoblaue Seidenverschnürung miteinander verbunden sind. Der hervorragende Erhaltungszustand sowohl des Lacks als auch der Verschnürung trägt wesentlich zur außergewöhnlichen Geschlossenheit der gesamten Rüstung bei.


Die Gesichtsmaske (Menpō)

Zum Helm gehört ein außergewöhnlich gut erhaltener eiserner Menpō, der mit tiefschwarzem Lack versehen ist und zahlreiche Merkmale bewahrt, die von Sammlern japanischer Rüstungen besonders geschätzt werden.

Die Maske besitzt noch ihren ursprünglichen Schnurrbart aus Naturhaar, während die Lippen mit kräftigem Zinnoberlack hervorgehoben sind und einen wirkungsvollen Kontrast zur dunklen Lackoberfläche bilden. Gemeinsam mit den sorgfältig modellierten Wangen und den markanten Gesichtszügen entsteht jener entschlossene und zugleich würdevolle Ausdruck, der den Gegner einschüchtern und gleichzeitig die Autorität seines Trägers unterstreichen sollte.

Der beweglich konstruierte Unterkiefer ist vollständig erhalten und ermöglicht eine natürliche Bewegung der Maske während des Tragens. Gleichzeitig verbessert diese Konstruktion den Tragekomfort und die Belüftung – ein eindrucksvolles Beispiel für die technische Raffinesse japanischer Rüstungsmeister, bei denen Funktionalität und künstlerische Gestaltung stets eine untrennbare Einheit bildeten.

Die Lackierung des Menpō stimmt vollkommen mit jener des Helms und des Brustpanzers überein und liefert einen weiteren überzeugenden Hinweis darauf, dass diese Rüstung seit ihrer Entstehung als geschlossenes Ensemble erhalten geblieben ist.


Der Brustpanzer (Dō)

Der Brustpanzer ist in der klassischen Nimai-dō-Konstruktion gefertigt und besteht aus zwei großen, beweglich miteinander verbundenen Eisenhälften. Diese Bauweise bot hervorragenden Schutz bei gleichzeitig deutlich größerer Bewegungsfreiheit als frühere Lamellenpanzer und wurde zu einem der charakteristischen Merkmale hochwertiger Samurai-Rüstungen der frühen Edo-Zeit.

Seine Oberfläche besteht aus sorgfältig gefertigten eisernen Kozane, die mit geschlagenem Blattgold (Kinpaku-oshi) veredelt wurden. Das Ergebnis ist ein edler metallischer Glanz, der je nach Lichteinfall unterschiedlich wirkt und die plastische Gestaltung des Brustpanzers eindrucksvoll hervorhebt. Die Vergoldung wirkt dabei niemals überladen, sondern unterstreicht dezent den hohen gesellschaftlichen Rang, den eine derartige Auftragsarbeit einst repräsentierte.

Die gesamte Rüstung ist mit tief indigoblauer Seide (Kon-ito) nach der traditionellen Kebiki Odoshi-Technik verschnürt. Bei dieser besonders anspruchsvollen Methode wird jede einzelne Lamelle durch eng nebeneinanderliegende Seidenschnüre miteinander verbunden. Aufgrund ihres eleganten Erscheinungsbildes, ihrer Stabilität und der hohen handwerklichen Anforderungen zählt sie bis heute zu den angesehensten Verschnürungsarten japanischer Rüstungen.

Das harmonische Zusammenspiel von schwarzem Lack, Blattgold und indigoblauer Seide gehört zu den eindrucksvollsten gestalterischen Merkmalen dieser Rüstung. Sämtliche Materialien sind gleichmäßig gealtert und haben jene edle Patina entwickelt, die von authentischen Samurai-Rüstungen der frühen Edo-Zeit erwartet wird, ohne dabei ihre außergewöhnliche Eleganz und Raffinesse zu verlieren.


Die Schulterpanzer (Sode)

Die großen rechteckigen Sode greifen die Konstruktion und die dekorative Gestaltung der gesamten Rüstung konsequent auf. Sie bestehen aus sorgfältig lackierten Eisenlamellen, die mit tief indigoblauer Kon-ito-Seide in der traditionellen Kebiki Odoshi-Technik verbunden sind und so eine perfekte optische Kontinuität mit dem Brustpanzer schaffen.

Ihre großzügigen Abmessungen entsprechen den praktischen Anforderungen der frühen Edo-Zeit und gewährleisten einen hervorragenden Schutz der Schultern, ohne die Beweglichkeit des Trägers einzuschränken. Die gleichmäßige Alterung von Lack und Seidenverschnürung spricht deutlich dafür, dass diese Elemente seit Jahrhunderten Teil derselben Rüstung sind und nicht nachträglich ergänzt wurden.


Die Ärmelpanzer (Kote)

Die Kote vereinen eiserne Schutzelemente mit textilen Verstärkungen in jener anspruchsvollen Konstruktion, die hochwertige Samurai-Rüstungen der Edo-Zeit auszeichnet. Bewegliche Eisenplatten schützen die Unterarme, während flexible Bereiche aus Kusari-Kettengeflecht an den Gelenken für größtmögliche Bewegungsfreiheit sorgen, ohne den Schutz zu beeinträchtigen.

Besonders bemerkenswert sind die floralen Stoffverstärkungen im Bereich der Achseln und Gelenke. Es handelt sich dabei nicht um moderne Restaurierungen, sondern um historische Verstärkungen aus der Nutzungszeit der Rüstung, die an den am stärksten beanspruchten Stellen angebracht wurden. Solche zeitgenössischen Reparaturen stellen einen authentischen Bestandteil der Geschichte einer Samurai-Rüstung dar und unterstreichen ihren historischen Charakter.

Das ausgewogene Zusammenspiel von Eisenplatten, Kettengeflecht und Textilverstärkungen veranschaulicht eindrucksvoll das hohe technische Niveau japanischer Rüstungsmeister zu Beginn der Edo-Zeit.


Der Oberschenkelschutz (Haidate)

Die Haidate setzen die gestalterische Einheit der gesamten Rüstung fort. Bewegliche eiserne Schutzelemente sind auf einem robusten Textilträger befestigt und bieten wirksamen Schutz der Oberschenkel, ohne die Beweglichkeit des Trägers einzuschränken.

Wie bei den Kote finden sich auch hier florale Stoffverstärkungen an den besonders beanspruchten Bereichen. Diese sind harmonisch mit den übrigen Materialien gealtert und stellen historische Reparaturen dar, die während der aktiven Nutzung der Rüstung vorgenommen wurden. Ihre Erhaltung verleiht der Rüstung zusätzlichen historischen Wert und dokumentiert die sorgfältige Pflege, die hochwertige Samurai-Rüstungen über Generationen hinweg erfuhren.


Die Beinschienen (Suneate)

Die Suneate bestehen aus vertikal angeordneten, beweglich miteinander verbundenen Eisenleisten, die auf einem textilen Träger befestigt sind. Diese Konstruktion gewährleistet einen wirksamen Schutz der Unterschenkel bei gleichzeitig hervorragender Beweglichkeit.

Ihre schwarze Lackierung harmoniert vollkommen mit den übrigen Bestandteilen der Rüstung, während die indigoblauen Seidenbänder die außergewöhnliche farbliche Geschlossenheit des gesamten Ensembles unterstreichen.

Der ausgezeichnete Erhaltungszustand von Lack und Metall zeugt von Jahrhunderten sorgfältiger Aufbewahrung und gewissenhafter Pflege. Die vorhandenen Alterungsspuren entsprechen vollständig dem Alter einer authentischen Samurai-Rüstung aus der frühen Edo-Zeit.


Die Signatur und die Saotomé-Schule

Zu den bedeutendsten Merkmalen dieser Rüstung gehört die auf der Helmglocke eingravierte Signatur 家忠 (Ietada).

Der Name Ietada ist historisch innerhalb der renommierten Saotomé-Schule (早乙女) belegt, einer der bedeutendsten Traditionen japanischer Helmherstellung. Die Schule wurde von Saotomé Nobuyasu gegründet, einem direkten Schüler des berühmten Meisters Myōchin Nobuie, und entwickelte sich in der ehemaligen Provinz Hitachi zu einer der angesehensten Werkstätten für hochwertige Kabuto der späten Muromachi- und frühen Edo-Zeit.

Mehrere Generationen der Saotomé-Meister verwendeten Namen mit dem Schriftzeichen 家 (Ie), darunter Ietada, Ienari, Iesada und Iechika. Die Signatur dieses Helms entspricht daher eindeutig den historisch dokumentierten Namenskonventionen der Schule und stärkt seine wissenschaftliche Zuschreibung erheblich.

Auch die hochwertige Ausführung des Hoshi-bachi sowie das außergewöhnlich raffinierte Dekorationsprogramm des Helms sprechen überzeugend für seine Herkunft aus dieser angesehenen Werkstatttradition.


Das Familienwappen (Mon)

Auf den Fukigaeshi befindet sich ein elegantes Familienwappen, das aus einem dreilappigen Knoten mit drei kleineren kreisförmigen Elementen besteht.

Die überzeugendste Identifizierung weist dieses Wappen der Familie Kashiwa (柏) zu, wahrscheinlich in der Variante Musubi-gashiwa (結柏). Dieses ursprünglich aus dem Shintō stammende Symbol wurde im Laufe der japanischen Geschichte von Priesterfamilien, regionalen Verwaltern sowie verschiedenen Samurai-Familien übernommen.

Obwohl das Wappen hervorragend mit dem historischen Umfeld der Saotomé-Schule und ihrer Heimatprovinz Hitachi vereinbar ist, erlaubt es ohne eine spezialisierte heraldische Untersuchung keine eindeutige Zuordnung zu einem bestimmten Clan. Dennoch stellt es ein bedeutendes authentisches heraldisches Detail dar und bereichert die historische Identität dieser Rüstung erheblich.


Historischer Kontext

Diese Rüstung entstand in den ersten Jahrzehnten der Edo-Zeit, einer Epoche, in der Japan unter der Herrschaft des Tokugawa-Shogunats in eine mehr als zweihundertjährige Friedenszeit eintrat. Obwohl groß angelegte Feldzüge weitgehend der Vergangenheit angehörten, behielten die Samurai ihre gesellschaftliche Stellung und ließen weiterhin Rüstungen von höchster Qualität anfertigen – nicht nur als militärische Ausrüstung, sondern auch für Zeremonien, offizielle Anlässe und als Ausdruck ihres gesellschaftlichen Ranges.

Die Nimai-dō-Konstruktion verkörpert diesen Wandel in besonderer Weise. Sie bewahrte die praktische Schutzwirkung früherer Kampfrüstungen und ermöglichte den Rüstungsmeistern zugleich, Proportionen, Lackierungen, Metallarbeiten und Seidenverschnürungen auf ein außergewöhnlich hohes künstlerisches Niveau zu bringen. Viele Rüstungen der frühen Edo-Zeit gelten daher als Höhepunkt der japanischen Rüstungskunst.

Diese Gusoku veranschaulicht dieses Gleichgewicht zwischen militärischer Funktionalität und künstlerischer Vollendung in eindrucksvoller Weise. Hochwertige Materialien, meisterhaft ausgeführte Metallarbeiten, die historisch dokumentierte Signatur sowie die außergewöhnliche Geschlossenheit des Ensembles zeugen vom hohen handwerklichen Niveau der Saotomé-Schule während einer der bedeutendsten Epochen japanischer Waffenkunst.


Dokumentation

Einer der bemerkenswertesten Aspekte dieser Rüstung ist die außergewöhnliche Qualität ihrer begleitenden Dokumentation. Neben ihrer künstlerischen und historischen Bedeutung wird dieses Ensemble sowohl durch ein modernes offizielles Gutachten als auch durch eine bedeutende Genealogierolle aus dem 18. Jahrhundert gestützt. Diese Kombination verleiht der Rüstung eine Provenienz, wie sie auf dem internationalen Markt für japanische Samurai-Rüstungen nur äußerst selten anzutreffen ist.

Die Rüstung wird von einem Zertifikat der Nihon Katchū Bugu Kenkyū Hozonkai (日本甲冑武具研究保存会) begleitet, der Japanischen Gesellschaft für die Erforschung und Erhaltung historischer Rüstungen und Waffen. Die 1961 gegründete und vom japanischen Bildungsministerium anerkannte Organisation gilt als wichtigste Institution Japans, die sich ausschließlich der Authentifizierung, Erforschung und Bewahrung traditioneller Samurai-Rüstungen widmet.

Am 27. August 2023 wurde diese Rüstung als Tokubetsu Kichō Shiryō (特別貴重資料), also als „Besonders wertvolles historisches Kulturgut“, eingestuft. Diese Auszeichnung entspricht der dritten Stufe des fünfstufigen Bewertungssystems der Gesellschaft und bestätigt die historische Bedeutung, Authentizität und den hervorragenden Erhaltungszustand der Rüstung.

Obwohl diese Einstufung nicht die höchste verfügbare Zertifizierungsstufe darstellt, handelt es sich dennoch um eine bedeutende Anerkennung durch eine der angesehensten Fachinstitutionen Japans und um einen wesentlichen Nachweis der historischen Authentizität dieses außergewöhnlichen Ensembles.


Die Genealogierolle

Zur Rüstung gehört außerdem eine bemerkenswerte Genealogierolle aus dem Jahr Hōreki 6 (1756), welche die Abstammungslinie der Saotomé-Schule vom halblegendären Ahnherrn Takenouchi no Sukune bis zum berühmten Meister Myōchin Nobuie nachzeichnet, der mit seinem historisch belegten Titel Sakon no Shōgen aus der Tenbun-Zeit aufgeführt wird.

Bei diesem Dokument handelt es sich nicht um eine Herstellungsurkunde für die vorliegende Rüstung. Vielmehr ist es als traditionelle Genealogie (Keifu) zu verstehen, welche die Legitimität, das Ansehen und die Kontinuität einer der bedeutendsten japanischen Rüstungsschulen dokumentiert. Solche Rollen wurden von den großen Werkstätten über Generationen hinweg bewahrt, um ihre handwerkliche Tradition und Abstammung zu belegen.

Ihr besonderer Wert liegt darin, dass sie die historische Existenz jener Werkstattlinie unabhängig bestätigt, der auch die Signatur des Helms zugeordnet wird. Zusammen mit dem innerhalb der Saotomé-Schule historisch belegten Namen Ietada liefert sie einen bedeutenden historischen Zusammenhang, der die vorgeschlagene Zuschreibung überzeugend unterstützt, ohne auf spekulative Annahmen angewiesen zu sein.

Die Kombination aus signiertem Helm, historisch dokumentierter Werkstatttradition, einer Genealogierolle aus dem 18. Jahrhundert sowie einer modernen offiziellen Authentifizierung stellt eine außergewöhnlich geschlossene Dokumentation dar, wie sie bei vollständigen Samurai-Rüstungen der Edo-Zeit nur äußerst selten erhalten geblieben ist.


Erhaltungszustand

Angesichts ihres Alters von nahezu vier Jahrhunderten befindet sich diese Rüstung in einem außergewöhnlich guten Erhaltungszustand.

Die Lackierung ist an Helm, Brustpanzer und sämtlichen wesentlichen Eisenkomponenten hervorragend erhalten geblieben und bewahrt bis heute ihre Tiefe, Eleganz und außergewöhnliche Farbwirkung. Die vergoldeten Zierelemente bilden weiterhin einen eindrucksvollen Kontrast zum schwarzen Lack, während die indigoblaue Seidenverschnürung die harmonische Gesamtwirkung der Rüstung vervollständigt.

Leichte Gebrauchsspuren finden sich erwartungsgemäß vor allem an einzelnen textilen Bereichen der Kote und Haidate. Diese entsprechen genau jenen Stellen, die während des historischen Gebrauchs der stärksten Beanspruchung ausgesetzt waren, und sind vollständig mit zeitgenössischen Reparaturen vereinbar.

Von besonderer Bedeutung ist jedoch die Tatsache, dass keinerlei Hinweise auf eine spätere Zusammensetzung aus verschiedenen Rüstungsteilen bestehen. Die bemerkenswerte Übereinstimmung von Materialien, Lackierung, Konstruktionstechniken und Seidenverschnürung spricht überzeugend dafür, dass dieses Ensemble seine historische Geschlossenheit über Jahrhunderte hinweg bewahrt hat – eine Eigenschaft, die bei erhaltenen Samurai-Rüstungen heute außerordentlich selten geworden ist.


Spezifikationen

  • Klassifikation: Vollständige Japanische Samurai-Rüstung (Gusoku)
  • Schule: Saotomé-Schule (早乙女)
  • Signatur: Ietada (家忠)
  • Epoche: Frühe Edo-Zeit, ca. 1600–1650
  • Helm: Vernieteter Hoshi-bachi Kabuto
  • Maedate: Vergoldetes Messing-Kuwagata
  • Mabezashi: Schwarzer Rō-iro-Lack mit goldenem Makie-Drachen
  • Helmornament: Plastisch gearbeiteter Shishi aus getriebenem Metall mit vergoldeten Details
  • Gesichtsmaske: Schwarz lackierter Menpō mit beweglichem Unterkiefer und Schnurrbart aus Naturhaar
  • Dō: Nimai-dō aus eisernen Kozane mit Blattgoldauflage (Kinpaku-oshi)
  • Verschnürung: Tief indigoblaue Kon-ito Kebiki Odoshi
  • Sode: Passende Schulterpanzer aus lackierten Eisenlamellen
  • Kote: Eisenplatten, Kettengeflecht und historische Textilverstärkungen
  • Haidate: Oberschenkelschutz aus Eisen auf Textilträger
  • Suneate: Bewegliche eiserne Beinschienen
  • Mon: Dreilappiges Kashiwa-Wappen (wahrscheinlich Variante Musubi-gashiwa)
  • Zertifizierung: Tokubetsu Kichō Shiryō (27. August 2023)
  • Zertifizierende Institution: Nihon Katchū Bugu Kenkyū Hozonkai
  • Zusätzliche Dokumentation: Genealogierolle aus Hōreki 6 (1756)
  • Erhaltungszustand: Hervorragender historischer Zustand mit außergewöhnlich geschlossenem Ensemble und altersgerechten Gebrauchsspuren.

Sammlerwert

Vollständige Samurai-Rüstungen der Edo-Zeit werden zunehmend seltener. Exemplare, die darüber hinaus eine dokumentierte Signatur, eine außergewöhnlich geschlossene Erhaltung sowie eine offizielle japanische Zertifizierung besitzen, gehören zu den seltensten und begehrtesten Objekten des internationalen Marktes.

Diese Rüstung zeichnet sich durch mehrere außergewöhnliche Merkmale aus. Der signierte Helm Ietada ordnet sie der historisch dokumentierten Produktion der renommierten Saotomé-Schule zu, einer der bedeutendsten Traditionen japanischer Helmherstellung. Gleichzeitig spricht die außergewöhnliche Übereinstimmung sämtlicher Komponenten eindeutig dafür, dass es sich nicht um eine spätere Zusammenstellung verschiedener Teile handelt, sondern um ein authentisch erhaltenes historisches Ensemble.

Die offizielle Tokubetsu Kichō Shiryō-Zertifizierung bestätigt unabhängig ihre Authentizität und historische Bedeutung. Ergänzt wird diese außergewöhnliche Dokumentation durch die Genealogierolle aus dem 18. Jahrhundert, die der Rüstung einen historischen Kontext verleiht, wie er selbst bei hochwertigen Samurai-Rüstungen nur selten anzutreffen ist.

Auch künstlerisch gehört dieses Gusoku zu den bemerkenswertesten Beispielen seiner Epoche. Der meisterhaft modellierte Shishi, der fein ausgeführte goldene Makie-Drache, der mit Blattgold verzierte Brustpanzer und die harmonische indigoblaue Seidenverschnürung verleihen der Rüstung eine außergewöhnliche Ausstrahlung, ohne ihre historische Authentizität zu beeinträchtigen.

Für Sammler, Museen und Kenner, die eine Samurai-Rüstung von musealem Rang mit außergewöhnlicher Dokumentation suchen, stellt dieses Gusoku eine seltene Gelegenheit und ein bedeutendes Zeugnis japanischer Rüstungskunst dar.

Diese prachtvolle, von der Saotomé-Schule signierte Samurai-Rüstung verkörpert die höchste Kunstfertigkeit der frühen Edo-Zeit und vereint historische Authentizität, außergewöhnliche handwerkliche Qualität sowie eine außergewöhnlich gut dokumentierte Provenienz. Ihr hervorragender Erhaltungszustand, die Tokubetsu-Kichō-Shiryō-Zertifizierung, die Genealogierolle aus dem 18. Jahrhundert und die meisterhafte Ausführung machen sie zu einem bedeutenden Sammlerstück, das seinen Platz in den angesehensten Sammlungen japanischer Waffen und Rüstungen verdient.

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