Beschreibung
Sashi-Netsuke einer Ama-Taucherin mit ihrem Fang – Edo-Zeit
Japanisches Netsuke · Sashi-Netsuke · Ama-Taucherin · Edo-Zeit · Geschnitztes Holz · Fisch · Hoher Haarknoten · Natürliche Himotoshi · Tiefe warme Patina · 10 × 2,7 × 2,4 cm
Ein ausdrucksstarkes antikes japanisches Sashi-Netsuke aus geschnitztem Holz mit der Darstellung einer Ama, einer der traditionellen Taucherinnen der japanischen Küstengemeinschaften. Die schlanke Figur steht aufrecht, eine Hand in einer für das Motiv charakteristischen Geste zum Haar erhoben, während der andere Arm einen Fisch als Tagesfang an der Hüfte hält.
Die lang gestreckte Form ist charakteristisch für den Sashi-Typ, der vertikal hinter den Obi gesteckt wurde, anstatt wie viele kompaktere Netsuke frei zu hängen.
Die Figur besitzt eine hohe, elegante Silhouette, fein eingeschnittenes Haar in einem hohen Haarknoten, einen gewickelten Rock mit kurzer überlappender Schärpe und kleine Sandalen.
Das Gesicht wirkt ruhig und archaisch, mit langen mandelförmigen Augen und einem kleinen, zurückhaltenden Mund.
Die Schnitzerei bewahrt eine reiche warme Patina, insbesondere an Schultern und Armen, deren Oberfläche durch wiederholtes Berühren im Laufe der Zeit geglättet und glänzend geworden ist.
Die Ama – Japans traditionelle Taucherinnen
Das Motiv stellt eine Ama dar, eine jener Frauen, die historisch mit den Küstenregionen Japans verbunden waren.
Ama waren dafür bekannt, ohne moderne Atemgeräte nach Abalone, Muscheln, Algen und anderen Meeresressourcen zu tauchen.
Ihre besondere Tätigkeit und die enge Beziehung zum Meer machten sie zu einem wiederkehrenden Motiv der japanischen Kunst.
Während der Edo-Zeit wurden Ama in unterschiedlichen Medien dargestellt, darunter Druckgrafik, Malerei und Netsuke.
Ihre Darstellungen konnten körperliche Ausdauer, Küstenleben, Schönheit, Arbeit und die enge Verbindung zwischen menschlicher Tätigkeit und Meer hervorheben.
Bei dieser Schnitzerei ist die Figur unmittelbar durch den an der Hüfte gehaltenen Fisch und die charakteristische zum Haar erhobene Hand als Ama erkennbar.
Der Fisch – Der Tagesfang
Der an der Hüfte gehaltene Fisch bildet eines der wichtigsten erzählerischen Elemente der Komposition.
Er hängt vertikal am Körper und besitzt einen klar definierten Kopf, eine lang gestreckte Form sowie wiederholte Einschnitte, die Schuppen oder Oberflächenstruktur andeuten.
Der Fisch ist nicht als separates Objekt behandelt, sondern in die Silhouette der Figur integriert.
Dadurch entsteht eine enge visuelle Beziehung zwischen der Taucherin und ihrem Fang.
Zugleich verdeutlicht der Fisch die berufliche Identität der Ama, ohne dass weitere Attribute oder Umgebungselemente erforderlich sind.
Seine lange Form ergänzt die gestreckten Proportionen des Sashi-Netsuke.
Die traditionelle Geste
Ein Arm ist in einer Geste zum Kopf erhoben, die traditionell mit Darstellungen von Ama verbunden ist.
Der erhobene Arm erzeugt eine elegante Kurve und durchbricht die ansonsten stark vertikale Struktur der Schnitzerei.
Zugleich verleiht er der Figur eine ungezwungene menschliche Qualität.
Die Geste suggeriert einen Moment der Ruhe nach körperlicher Tätigkeit und lenkt gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf den aufwendigen Haarknoten und das fein eingeschnittene Haar.
Der andere Arm verläuft über den Oberkörper und hält den Fisch an der Hüfte.
Zusammen schaffen die beiden Arme einen ausgewogenen Rhythmus um den Oberkörper und verhindern, dass die lang gestreckte Komposition steif wirkt.
Hoher Haarknoten und fein eingeschnittenes Haar
Das Haar zählt zu den sorgfältigsten Bereichen der Schnitzerei.
Es ist zu einem hohen, gerundeten Haarknoten gebunden, der die vertikale Wirkung der Figur zusätzlich verstärkt.
Feine eingeschnittene Linien definieren einzelne Strähnen über dem Kopf und setzen sich im Haarknoten fort.
Die wiederholten linearen Schnitte erzeugen Textur und stehen im Kontrast zu den glatteren Flächen von Gesicht, Schultern und Oberkörper.
Das Haar ist nicht als einfache kompakte Masse behandelt.
Stattdessen verleiht die strähnenweise Ritzung ihm einen ausgeprägten dekorativen Charakter und zeigt die sorgfältige Ausarbeitung der Oberfläche.
Der große Haarknoten bildet außerdem ein Gegengewicht zum unteren Volumen von Fisch und gewickeltem Rock.
Ruhiges, archaisch wirkendes Gesicht
Das Gesicht ist zurückhaltend und leicht archaisierend gestaltet.
Lange mandelförmige Augen bestimmen die schmale Gesichtsstruktur.
Die Nase ist klar definiert, während der Mund klein und kompakt ist.
Anstelle eines stark individualisierten Porträts wählte der Schnitzer einen stilisierten Ausdruck, der zum Gesamtcharakter der Figur passt.
Das Gesicht wirkt ruhig und gefasst.
Seine Schlichtheit bildet einen wirkungsvollen Kontrast zum stärker eingeschnittenen Haar und den tiefen Gewandfalten.
Der zurückhaltende Ausdruck verleiht der Figur zudem eine zeitlose Qualität, die gut mit der warm gealterten Holzoberfläche harmoniert.
Gewickelter Rock und Schärpe
Die Figur trägt einen gewickelten Rock mit einer kurzen überlappenden Schärpe an der Taille.
Das Kleidungsstück fällt vertikal um die Beine und ist durch lange geschnitzte Falten gegliedert.
Diese Falten sind mit selbstbewussten tiefen Schnitten ausgeführt und nicht als leichte Oberflächengravur.
Dadurch erhält der Stoff Gewicht und klare Struktur.
Die Draperie hilft außerdem dabei, den Fisch in die Gesamtkomposition einzubinden.
Der Rand folgt der vertikalen Bewegung des Fisches und schafft einen kontinuierlichen Rhythmus vom Oberkörper zu den Füßen.
Die überlappende Schärpe führt zusätzlich ein horizontales Element ein und unterbricht die lange Vertikale des Körpers.
Kleine Sandalen
Am unteren Ende der Schnitzerei trägt die Figur kleine Sandalen.
Obwohl sie nur klein ausgearbeitet sind, bilden sie einen klaren visuellen Abschluss der lang gestreckten Figur.
Ihre kompakte Form steht im Kontrast zu den langen Beinen und der vertikalen Draperie.
Die Sandalen sind ohne übermäßige Detailfülle in die Schnitzerei integriert, sodass der untere Bereich seine allgemeine Einfachheit bewahrt.
Dadurch bleibt der visuelle Schwerpunkt auf Geste, Gesicht, Haar und Fang gerichtet.
Das Sashi-Netsuke-Format
Diese Schnitzerei gehört zum Typ des Sashi-Netsuke.
Im Gegensatz zu vielen kompakten Netsuke, die außen am Obi getragen wurden, besitzen Sashi-Netsuke eine charakteristisch lang gestreckte Form.
Sie wurden vertikal hinter den Obi gesteckt.
Die langen Proportionen dieser Figur sind daher sowohl funktional als auch ästhetisch begründet.
Die stehende Haltung, der hohe Haarknoten, der vertikale Fisch und das lange Kleidungsstück unterstützen die natürliche Eignung der Komposition für das Sashi-Format.
Anstatt das Motiv in eine runde oder kompakte Masse zu verdichten, nutzt der Schnitzer die Vertikale für eine schlanke Ganzfigur.
Natürliche Himotoshi
Die Schnur läuft durch natürliche Himotoshi, die durch offene Bereiche der Schnitzerei gebildet werden.
Anstatt zwei separate Löcher in eine flache Stelle zu bohren, wurde der Schnurverlauf direkt in die Komposition integriert.
Der offene Raum zwischen Arm und Körper bildet einen natürlichen Durchgang.
Dadurch wird das funktionale Element des Netsuke selbst Teil des skulpturalen Entwurfs.
Der negative Raum lockert außerdem die Silhouette auf und erzeugt zusätzliche Tiefe um den Oberkörper.
Natürliche Himotoshi eignen sich besonders gut für ein hochformatiges figürliches Sashi-Netsuke wie dieses.
Selbstbewusste Schnitzarbeit
Die Schnitzerei zeichnet sich durch entschlossene und sichere Schnittführung aus.
Die Draperie wird durch lange, tiefe Einschnitte definiert, die starke Schatten erzeugen und die unterschiedlichen Lagen des Kleidungsstücks klar voneinander trennen.
Das Haar ist mit zahlreichen feinen Linien ausgearbeitet.
Gesicht, Fisch, Arme und Füße sind glatter modelliert, wodurch ein kontrollierter Kontrast zwischen detaillierten und polierten Oberflächen entsteht.
Die Figur ist schlank, aber strukturell ausgewogen.
Jedes Element trägt zur lang gestreckten Gesamtsilhouette bei, ohne dass die Komposition fragil oder unnötig kompliziert wirkt.
Das Ergebnis ist direkt und skulptural statt übermäßig dekorativ.
Warme, tiefe Patina
Zu den attraktivsten Eigenschaften des Stücks gehört seine warme, tiefe Patina.
Das Holz hat reiche braune und rötlichbraune Farbtöne entwickelt, die über die Oberfläche variieren.
Besonders auffällig ist der Glanz an Schultern und Armen.
Nach der vorliegenden Beschreibung wurden diese Bereiche durch wiederholtes Berühren im Laufe der Zeit poliert.
Dieser natürliche Glanz steht im Kontrast zu den tieferen Einschnitten von Haar, Gewand und Fisch.
Die Patina unterstützt die plastische Modellierung, indem sie auf erhabenen Bereichen Licht reflektiert und Vertiefungen dunkler erscheinen lässt.
Sie trägt zudem wesentlich zum historischen Charakter des Objekts bei.
Gebrauchsspuren und Handhabung
Der sichtbare Glanz an Schultern und Armen entspricht einem Stück, das wiederholt in der Hand gehalten wurde.
Bei Netsuke kann eine solche Nutzungsspur zu einem wichtigen Bestandteil der visuellen Geschichte des Objekts werden.
Erhabene Stellen und häufig berührte Flächen werden glatter und glänzender, während Vertiefungen mehr Struktur bewahren.
Bei diesem Exemplar verstärkt der Unterschied zwischen polierten Flächen und tief geschnittenen Details die dreidimensionale Wirkung.
Die vorliegende Beschreibung erwähnt keine größeren Verluste, Reparaturen, Restaurierungen oder ersetzten Bestandteile.
Eine detaillierte Zustandsbewertung sollte daher anhand des Objekts selbst und aller verfügbaren Fotografien erfolgen.
Ama in der Kunst der Edo-Zeit
Ama waren in der japanischen Kunst der Edo-Zeit beliebte Motive.
Ihre Tätigkeit als Taucherinnen verortete sie in einer charakteristischen Küstenwelt, die zugleich vertraut und visuell reizvoll war.
Künstler konnten sie bei der Arbeit, mit ihrem Fang oder in Momenten des Alltags darstellen.
Im Netsuke-Format ließen sich diese Motive in intime kleine Skulpturen übertragen, die zum Halten und Berühren bestimmt waren.
Dieses Exemplar reduziert die Erzählung auf ihre wesentlichen Elemente: die Frau, ihre Geste und den Fisch aus dem Meer.
Die Schlichtheit der Komposition macht das Motiv unmittelbar verständlich und bewahrt zugleich die Eleganz eines funktionalen Netsuke.
Maße und Proportionen
Mit einer Höhe von 10 cm besitzt die Schnitzerei die charakteristischen lang gestreckten Proportionen eines Sashi-Netsuke.
Breite und Tiefe bleiben vergleichsweise gering und verstärken die schlanke stehende Silhouette.
Die Proportionen erlauben es, Ganzfigur, Fisch, erhobenen Arm und Haarknoten ohne übermäßige Kompression darzustellen.
- Höhe: 10 cm
- Breite: 2,7 cm
- Tiefe: 2,4 cm
Erhaltungszustand
Das Stück wird als antikes japanisches Sashi-Netsuke aus Holz aus der Edo-Zeit beschrieben.
Das Holz besitzt eine warme, tiefe Patina mit besonders glänzenden Flächen an Schultern und Armen, die mit wiederholter Handhabung vereinbar sind.
Die geschnitzten Details von Haar, Gewand und Fisch bleiben deutlich erkennbar.
Die vorliegende Beschreibung erwähnt keine Signatur, Restaurierung, strukturelle Reparatur, fehlende Elemente oder zusätzliche Dokumentation.
Die genaue Datierungsangabe der gelieferten Quelle lautet „VIII–XIX Century“; daher wird hier die allgemeine Einordnung in die Edo-Zeit beibehalten, ohne eine engere Datierung vorzunehmen.
Potenzielle Käufer sollten alle verfügbaren Fotografien sorgfältig prüfen, um Zustand und Oberflächenabnutzung einzuschätzen.
Spezifikationen
- Objekt: Japanisches Sashi-Netsuke
- Motiv: Ama-Taucherin mit ihrem Fang
- Periode: Edo-Zeit
- Material: Geschnitztes Holz
- Figur: Stehende Taucherin
- Attribut: Fisch an der Hüfte
- Geste: Eine Hand zum Haar erhoben
- Haar: Hoher Haarknoten mit fein eingeschnittenen Strähnen
- Gesicht: Ruhiger stilisierter Ausdruck mit langen mandelförmigen Augen und kleinem Mund
- Kleidung: Gewickelter Rock mit kurzer überlappender Schärpe
- Schuhe: Kleine Sandalen
- Himotoshi: Natürlicher Schnurdurchgang durch den offenen Raum zwischen Arm und Körper
- Schnitzerei: Tiefe, sichere Schnitte und klar definierte Draperie
- Patina: Warme tiefbraune Patina mit glänzenden Gebrauchsspuren
- Maße: 10 × 2,7 × 2,4 cm
Sammlerwert
Dieses Sashi-Netsuke verbindet ein klassisches Motiv der Edo-Zeit mit einem Format, das sich besonders für figürliche Ganzdarstellungen eignet.
Die Ama ist durch den Fisch an ihrer Seite, die erhobene Hand und die klare Einfachheit der Komposition unmittelbar erkennbar.
Die lang gestreckte Form nutzt das Sashi-Format wirkungsvoll, während die natürlichen Himotoshi zeigen, wie die Funktion direkt in die Skulptur integriert wurde.
Besonders reizvoll ist der Kontrast zwischen fein eingeschnittenen Details und breiten polierten Flächen.
Das strähnenweise geschnittene Haar, die tiefen Gewandfalten und der strukturierte Fisch stehen den glatten, reich patinierten Schultern und Armen gegenüber.
Ein antikes japanisches Sashi-Netsuke aus Holz mit der Darstellung einer Ama, einer traditionellen japanischen Taucherin, die mit einer Hand zu ihrem fein eingeschnittenen hohen Haarknoten greift und mit der anderen einen Fisch an der Hüfte hält. Die schlanke Figur trägt einen gewickelten Rock mit kurzer überlappender Schärpe und kleine Sandalen. Das ruhige, stilisierte Gesicht besitzt lange mandelförmige Augen und einen kleinen Mund. Natürliche Himotoshi entstehen durch den offenen Raum zwischen Arm und Körper. Die tiefen, sicheren Schnitte, die langen fließenden Gewandfalten und die warme, reiche Patina — besonders glänzend an Schultern und Armen durch die Handhabung — verleihen dem Stück eine starke skulpturale und historische Präsenz.















