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Meiji Buchsbaum-Netsuke – Bauer mit Kappa

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Beschreibung

Buchsbaum-Netsuke aus der Meiji-Zeit – Bauer mit einem gefangenen Kappa im Bündel

Japan · Meiji-Zeit · Katabori Netsuke · Bauer und Kappa · Buchsbaum (Tsuge)

Ein charmantes japanisches Katabori Netsuke aus Buchsbaum aus der Meiji-Zeit, das einen sitzenden Bauern oder Landmann zeigt, der ein großes, verknotetes Bündel eng an seine Brust drückt. Die Figur trägt eine Kapuze oder ein um den Kopf gebundenes Tuch und zeigt einen fröhlichen, amüsierten Gesichtsausdruck, der der Komposition sofort einen ausgeprägten erzählerischen Charakter verleiht.

Das Netsuke ist aus Buchsbaum (Tsuge) geschnitzt und besitzt eine reiche karamellbraune Patina, die die weiche Modellierung von Gesicht, Händen und Kleidung besonders schön hervorhebt. Die kompakte Komposition verbindet ausdrucksstarke figürliche Schnitzerei mit der humorvollen und übernatürlichen Bildwelt, die für viele japanische Netsuke charakteristisch ist.


Der Bauer

Die zentrale Figur zeigt einen sitzenden Landmann mit eng vor dem Körper angewinkelten Beinen. Sein rundliches Gesicht wird von einem breiten, gutmütigen Lächeln, schmalen Augen und weich modellierten Wangen belebt, die ihm einen deutlich amüsierten Ausdruck verleihen.

Eine Kapuze oder ein Kopftuch umrahmt seinen Kopf, während seine Hände den großen Sack fest gegen den Körper halten. Die kompakte Anordnung der angewinkelten Beine, Hände und des Bündels erzeugt eine ausgewogene Komposition, die dafür geschaffen wurde, aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und in der Hand gehalten zu werden.

Die Figur ist besonders lebendig ausgearbeitet: Die weiche Modellierung von Gesicht und Gliedmaßen steht im Kontrast zu den tiefer geschnittenen Linien, die Kleidung, Schuhe und die Falten des Sackes definieren.


Der Kappa im Bündel

Auf der Vorderseite des Sackes befindet sich ein kleines kreisförmiges Motiv mit strahlenförmig eingeschnittenen Linien, das sich deutlich von den umgebenden Stofffalten unterscheidet. Eine plausible Interpretation ist, dass dieses Detail das Gesicht eines Kappa zeigt, der aus dem Inneren des Bündels hervorschaut, was darauf hindeutet, dass der Bauer das schelmische Wesen eingefangen hat und mit sich fortträgt.

Diese Deutung sollte als Interpretation der Schnitzerei und nicht als absolut gesicherte Identifikation verstanden werden, fügt sich jedoch sehr gut in die humorvollen und übernatürlichen Themen ein, die in der japanischen Volkskunst häufig anzutreffen sind.

Der Kappa zählt zu den bekanntesten Wesen der japanischen Folklore und wird traditionell als Wassergeist beschrieben, der Flüsse, Teiche und andere Gewässer bewohnt. Typischerweise besitzt er auf dem Kopf eine flache Vertiefung oder Schale (sara), die mit Wasser gefüllt bleiben muss, damit er seine übernatürliche Kraft behält.

Viele volkstümliche Erzählungen berichten davon, wie Dorfbewohner einen Kappa eher durch List als durch Gewalt überwinden. Ein bekanntes Motiv besteht darin, das Wesen dazu zu bringen, sich zu verbeugen, wodurch das Wasser aus der Kopfschale verschüttet wird und der Kappa seine Kraft verliert. Andere Geschichten verbinden den Kappa mit Gurken, die traditionell als eine seiner bevorzugten Speisen gelten.

Die Darstellung eines Bauern, der offenbar einen gefangenen Kappa davonträgt, verweist somit auf einen breiteren Erzählkreis, in dem gewöhnliche Menschen übernatürliche Wesen begegnen, sie überlisten und gelegentlich sogar bezwingen.


Schnitzerei und Komposition

Die Schnitzerei verbindet die lockere, organische Modellierung von Gesicht und Händen des Bauern mit der volleren und voluminöseren Gestaltung des Sackes. Seine Falten, das zusammengeraffte Gewebe und der geknotete obere Bereich sind mit ausgeprägtem Naturalismus wiedergegeben.

Die Gliedmaßen der Figur bilden einen kompakten Rahmen um das zentrale Bündel und verleihen dem Netsuke eine abgerundete und stabile Silhouette. Tiefe Einschnitte im Bereich der Kleidung sowie zwischen Armen und Sack sorgen trotz der kleinen Dimensionen für eine klare visuelle Trennung der einzelnen Elemente.

Die warmen Töne des Buchsbaums und die dunklere Färbung in den Vertiefungen verstärken zusätzlich die plastische Tiefe und verleihen der Oberfläche einen reifen, charaktervollen Eindruck.


Buchsbaum und Patina

Das Netsuke ist aus Buchsbaum (Tsuge) geschnitzt, einem der Hölzer, die japanische Netsuke-Schnitzer traditionell wegen seiner Dichte, feinen Maserung und Fähigkeit zur präzisen Detailwiedergabe besonders schätzten.

Die Oberfläche hat eine reiche karamell- bis bernsteinbraune Patina entwickelt, die besonders auf den gerundeten Bereichen von Gesicht, Knien und Händen zur Geltung kommt. Dunklere Farbtöne sind in den tieferen Schnitten und Vertiefungen erhalten und erhöhen den Kontrast sowie die plastische Lesbarkeit der Schnitzerei.


Himotoshi

Die Unterseite des Sackes besitzt ein doppeltes Himotoshi, den traditionellen Schnurkanal, mit dem ein Netsuke an einem Sagemono wie einem Inrō, Beutel oder Tabakbehälter befestigt wurde.

Die Platzierung an der Unterseite bewahrt die geschlossene skulpturale Wirkung der Komposition und gleichzeitig die ursprüngliche praktische Funktion des Stücks als Netsuke.


Sammlerinteresse

Dieses Netsuke vereint mehrere Merkmale, die für Sammler besonders attraktiv sind: ausdrucksstarke menschliche Charakterisierung, feine Buchsbaumschnitzerei, eine reiche karamellfarbene Patina und eine humorvolle Szene, die offenbar von der japanischen Folklore inspiriert ist.

Die mögliche Darstellung eines gefangenen Kappa im Bündel des Bauern verleiht der Komposition eine zusätzliche erzählerische Ebene und verbindet das Stück mit der umfangreichen japanischen Bildtradition übernatürlicher Wesen, komischer Begegnungen und gewöhnlicher Menschen, die mit dem Außergewöhnlichen konfrontiert werden.

Die kompakte Form, der lebendige Gesichtsausdruck und das klar integrierte Himotoshi machen das Stück zu einem reizvollen Beispiel figürlicher Netsuke-Schnitzerei aus der Meiji-Zeit.


Spezifikationen

  • Objekt: Japanisches Netsuke
  • Typ: Katabori Netsuke
  • Motiv: Sitzender Bauer mit einer im Bündel dargestellten Figur, die als Kappa interpretiert wird
  • Periode: Meiji-Zeit
  • Herkunft: Japan
  • Material: Buchsbaum (Tsuge)
  • Oberfläche: Reiche karamellbraune Patina
  • Himotoshi: Doppeltes Himotoshi an der Unterseite des Sackes
  • Maße: 3,5 × 3,2 cm

Ein charaktervolles Buchsbaum-Netsuke aus der Meiji-Zeit, das einen fröhlichen sitzenden Bauern mit einem großen Bündel zeigt, in dem ein kleines geschnitztes Motiv plausibel als hervorschauender, gefangener Kappa interpretiert werden kann. Das Stück verbindet expressive figürliche Schnitzerei, japanische Folklore und eine reiche karamellfarbene Patina in einer kompakten traditionellen Katabori-Komposition.

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