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Eisen-Sukashi-Tsuba – Gewundener Drache Ryū

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Artikelnummer: SUKASHI-TSUBA-DRAGON-20122 Kategorien: , Schlagwörter: ,

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Beschreibung

Eisen-Sukashi-Tsuba – Gewundener Drache (Ryū)

Japan · Maru-gata · Eisen (Tetsuji) · Sukashi · Gewundener Drache (Ryū) · Kupfer-Sekigane · Hitsu-ana

Eine eindrucksvolle japanische Maru-gata-Tsuba aus Eisen, beherrscht von einem kraftvollen gewundenen Drachen (ryū), der in markantem plastischem Relief und weitläufiger Sukashi-Durchbrucharbeit ausgeführt ist.

Der Drache windet sich fast um den gesamten Umfang der Schwertstichplatte. Sein geschwungener Körper bildet einen großen Teil der äußeren Komposition und umschließt den zentralen Seppa-dai nahezu vollständig. Dadurch entsteht der Eindruck, als bilde das Wesen selbst das strukturelle Gerüst der Tsuba.

Tief geschnittene Schuppen, wolkenartige Formen, offene Negativräume und die dunkle Eisenoberfläche schaffen eine stark taktile Komposition, in der der Drache aus dem Metall hervorzutreten und wieder darin zu verschwinden scheint.


Der Drache – Ryū

Das Hauptmotiv ist der Drache (ryū), eines der beständigsten übernatürlichen Wesen der japanischen Kunst, dessen Ikonografie letztlich auf ältere chinesische Bildtraditionen zurückgeht.

In der japanischen Kultur werden Drachen stark mit Wasser, Regen, Stürmen, Macht und Weisheit verbunden. Anders als die zerstörerischen Drachen vieler später westlicher Traditionen erscheinen ostasiatische Drachen häufig als mächtige übernatürliche Wesen, die mit den Kräften der Natur verbunden sind.

Diese Assoziationen machten den Drachen zu einem besonders geeigneten Motiv für Gegenstände aus dem Umfeld der Samurai, wo seine Verbindung von Stärke, Autorität und Beherrschung der Elemente eine erhebliche symbolische Bedeutung besaß.


Eine Umfassende Komposition

Der Körper des Drachen folgt einer weit ausschwingenden kreisförmigen Bewegung um die Tsuba und schafft eine ungewöhnlich geschlossene Komposition, in der Figur und Struktur nahezu untrennbar miteinander verbunden sind.

Der Kopf befindet sich im oberen Bereich der Komposition und ist mit großer Ausdruckskraft dargestellt. Das geöffnete Maul zeigt markante Fangzähne, während Brauen, Mähne und die umgebenden Formen in kräftige, geschwungene Motive ausgearbeitet sind, die an Wolken (kumo) erinnern.

Ein kleines metallisches Element hebt das Auge hervor und schafft einen konzentrierten Blickpunkt auf der ansonsten dunklen Eisenoberfläche. Das genaue Material lässt sich anhand der verfügbaren Bilder nicht bestimmen.

Vom Kopf aus zieht sich der Körper in einer Kurve nach unten um die zentrale Öffnung, verläuft entlang des Randes der Schwertstichplatte und endet schließlich in einem eng eingerollten spiralförmigen Schwanz.


Schuppen und Oberflächenstruktur

Der Körper des Drachen ist mit wiederholten Reihen kleiner, scharf ausgearbeiteter Schuppen bedeckt. Ihre dreieckigen und sich überlagernden Formen erzeugen über einen großen Teil der Oberfläche einen dichten strukturellen Rhythmus.

Diese Behandlung steht in starkem Kontrast zu den glatteren geschwungenen Formen der Mähne, der Wolken und anderer umgebender Elemente und hilft dabei, die verschiedenen anatomischen und dekorativen Bereiche trotz der Komplexität der Komposition klar voneinander zu unterscheiden.

Die dunkle Patina des Eisens verstärkt diese Unterschiede zusätzlich, insbesondere dort, wo das Licht die erhöhten Kanten der Schuppen und geschnitzten Details erfasst.


Sukashi-Durchbrucharbeit

Die Komposition verwendet in großem Umfang Sukashi, wobei beträchtliche Bereiche der ursprünglichen Eisenplatte entfernt wurden, um offene Negativräume zwischen Körper, Kopf, Gliedmaßen des Drachen und den umgebenden Formen zu schaffen.

Der Drache fungiert hier nicht lediglich als Dekoration auf einer geschlossenen Platte, sondern bildet selbst einen wesentlichen Teil der strukturellen Architektur der Tsuba.

Diese Verbindung von Skulptur und Durchbrucharbeit verleiht dem Stück eine ausgeprägte visuelle Tiefe. Der Hintergrund wird durch die offenen Bereiche sichtbar und betont die gewundene Bewegung des Drachen, während seine Silhouette trotz der dichten Schnitzerei klar lesbar bleibt.


Wolkenformen – Kumo

Mehrere geschwungene Elemente um den Kopf und den oberen Körperbereich des Drachen erinnern an stilisierte Wolkenformen (kumo).

Die Verbindung von Drache und Wolken ist innerhalb der ostasiatischen Bildtradition besonders passend und unterstreicht die traditionelle Beziehung des Wesens zu Regen, Stürmen und den Kräften des Himmels.

Die glatten, eingerollten Formen schaffen zugleich einen wirkungsvollen visuellen Kontrast zu den dicht strukturierten Schuppen des Drachenkörpers.


Seppa-dai und Nakago-ana

Im Zentrum der Komposition befindet sich ein ovaler Seppa-dai mit einer vergleichsweise zurückhaltenden und fein strukturierten Eisenoberfläche.

Das zentrale Nakago-ana besitzt an seinem oberen und unteren Ende sichtbare Kupfer-Sekigane. Diese Einsätze wurden traditionell verwendet, um die Tsuba an die Angel einer bestimmten Klinge anzupassen.

Das Vorhandensein dieser Sekigane ist ein wichtiges funktionales Detail und zeigt, dass die Schwertstichplatte tatsächlich für die Montage an einem Schwert angepasst wurde und nicht ausschließlich als dekoratives Objekt gedacht war.


Hitsu-ana

Neben dem Seppa-dai ist eine zusätzliche Hitsu-ana-Öffnung sichtbar, die auf natürliche Weise in die umgebende Durchbrucharbeit integriert ist.

Solche Öffnungen dienten dazu, Beschlagteile aufzunehmen, die bei einem vollständigen Koshirae neben der Klinge getragen wurden, meist ein Kozuka oder ein Kogai.

Bei diesem Exemplar verschmilzt die unregelmäßige Kontur der Öffnung wirkungsvoll mit der Drachenkomposition, anstatt das Motiv als unabhängiges geometrisches Element zu unterbrechen.


Eisen und Plastischer Charakter

Der visuelle Charakter dieser Tsuba beruht fast vollständig auf der Behandlung des Tetsuji. Eine umfangreiche Dekoration aus Edelmetallen ist nicht notwendig: Die wichtigsten Effekte entstehen durch Schnitzerei, Relief, offene Bereiche und Unterschiede in der Oberflächenstruktur.

Die Schuppen, Gesichtszüge und der Körper des Drachen besitzen eine ausgeprägte plastische Präsenz, während die umgebenden offenen Zonen verhindern, dass die Komposition visuell zu schwer wirkt.

Das Ergebnis ist eine Schwertstichplatte, die sowohl funktional als auch stark bildhaft ist und das kreisförmige Format der Tsuba in eine kontinuierliche Darstellung eines Drachen in Bewegung verwandelt.


Signatur und Zuschreibung

Für dieses Stück wurde keine bestätigte Künstlersignatur beziehungsweise kein Mei angegeben. Daher sollte die Tsuba als Mumei betrachtet werden, sofern eine spätere Untersuchung nichts anderes ergibt.

Ohne Signatur oder ein Zuschreibungszertifikat einer Organisation wie NBTHK oder NTHK wäre eine Zuordnung zu einer bestimmten Schule oder einem bestimmten Künstler spekulativ.

Eine verlässliche Zuschreibung würde eine direkte Untersuchung des Eisens, der Konstruktion, der Schnitztechnik und der Oberfläche erfordern, idealerweise gefolgt von einer Einreichung zu einem geeigneten Shinsa.


Sammlerinteresse

Diese Tsuba ist besonders bemerkenswert durch die Art und Weise, wie das Drachenmotiv in die physische Struktur der Schwertstichplatte integriert wurde.

Anstatt den Ryū als kleines isoliertes Dekorelement darzustellen, ließ der Künstler seinen Körper fast den gesamten Umfang beherrschen und schuf so eine kontinuierliche plastische Komposition aus Schuppen, Wolken, offenen Bereichen und kraftvollen Kurven.

Die Kupfer-Sekigane, die funktionale Hitsu-ana und das tief bearbeitete Eisen bewahren den Charakter eines echten Schwertbeschlags, während die expressive Drachendarstellung dem Stück eine starke dekorative und symbolische Präsenz verleiht.


Spezifikationen

  • Objekt: Japanische Tsuba
  • Form: Maru-gata
  • Motiv: Gewundener Drache (Ryū)
  • Herkunft: Japan
  • Material: Eisen (Tetsuji)
  • Technik: Sukashi-Durchbrucharbeit mit plastischer Reliefschnitzerei
  • Dekoration: Drache, Schuppen und wolkenartige Voluten (Kumo)
  • Auge: Kleines metallisches Einlage- oder Applikationselement; Material nicht bestätigt
  • Signatur: Mumei / keine bestätigte Signatur
  • Nakago-ana: Mit Kupfer-Sekigane am oberen und unteren Ende
  • Zusatzöffnung: Hitsu-ana, wahrscheinlich für Kozuka
  • Schule: Nicht bestätigt
  • Zertifikat: Kein Zertifikat angegeben
  • Durchmesser: Ca. 8,8 cm

Eine kraftvolle Eisen-Sukashi-Tsuba, beherrscht von einem gewundenen Drachen, dessen Körper fast den gesamten Umfang der Schwertstichplatte durchzieht. Tief geschnittene Schuppen, expressive Gesichtszüge, wolkenartige Voluten und umfangreiche Durchbrucharbeit schaffen eine stark plastische Komposition, während die Kupfer-Sekigane und die funktionale Hitsu-ana klare Hinweise auf ihre ursprüngliche Verwendung als japanischer Schwertbeschlag bewahren. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie das Drachenmotiv durch Relief, Textur und Negativraum in Eisen umgesetzt wurde.

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