Kusari in der Samurai-Rüstung: So funktionierte japanisches Kettengeflecht

Japanische Samurai-Rüstungen stellt man sich oft als ein System aus lackierten, durch farbige Schnürungen verbundenen Platten vor. Einige erhaltene Stücke enthalten jedoch auch Kusari, eine Form des japanischen Kettengeflechts. Museumsbestände zeigen es in gepanzerten Ärmeln, Rüstungen aus Kettengeflecht und Platten sowie in Kettenhemden. Diese Objekte verdeutlichen, wie flexibles, miteinander verbundenes Metall Teil eines umfassenderen Schutzsystems war.

Was bedeutet Kusari in der japanischen Rüstung?

Kusari bedeutet „Kette“. Im Rüstungswesen bezeichnet der Begriff miteinander verbundene Metallringe, die entweder als Bestandteil eines größeren Stücks oder als hauptsächliches Schutzmaterial eines Kleidungsstücks dienten. Die genaue Konstruktion und Funktion hängen vom jeweiligen Objekt ab: Das Wort allein sagt weder aus, wie viel Kettengeflecht vorhanden ist, noch wie es befestigt wurde oder welche weiteren Materialien verwendet wurden.

Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn ein antikes Stück beschrieben wird. Ein Ärmel, der Kettengeflecht, Eisen und Seide kombiniert, ist anders konstruiert als ein Kleidungsstück, das überwiegend aus Kettengeflecht besteht. Museumskataloge dokumentieren beide Objektarten. Daher ist es genauer, das jeweilige Stück zu beschreiben, statt von einer einheitlichen Form der japanischen Kettenrüstung auszugehen.

Wie Kusari mit Platten und Stoff kombiniert wurde

Kettengeflecht bot dort Bewegungsfreiheit, wo eine starre Platte die Bewegung einschränken konnte. Es ließ sich mit Platten kombinieren oder auf einer textilen Grundlage befestigen, sodass unterschiedliche Materialien in einem Schutzelement zusammenkamen. Erhaltene Museumsobjekte zeigen, dass diese Kombinationen variierten.

The Metropolitan Museum of Art, for example, catalogues an early 18th-century pair of kotē—armoured sleeves—made from iron, chain mail and silk. Another Japanese armour in the Met’s collection, dated to the 18th century, combines mail and plates and is recorded as made from steel, textile and lacquer. The records provide specific examples; they do not establish that every suit used the same arrangement. The Metropolitan Museum of Art

Kusari in den Kotē-Ärmeln

Die Kotē schützten die Arme und konnten mehr als eine Schutzart umfassen. Beim Beispiel des Met aus dem frühen 18. Jahrhundert machen die verzeichneten Materialien – Eisen, Kettengeflecht und Seide – diese Kombination deutlich. Der Katalog beschreibt das Paar als zwei einzelne Ärmel mit einer Höhe von jeweils etwa 84 Zentimetern.

Bei der Untersuchung eines erhaltenen Ärmels sollte man die gesamte Konstruktion betrachten. Das Kettengeflecht ist nur ein Teil des Objekts; auch sein Verhältnis zum Stoff und zu möglichen Platten ist wichtig. Ein Foto oder eine kurze Beschriftung zeigt möglicherweise nicht alle Schichten. Aussagen über den ursprünglichen Aufbau sollten sich daher auf die verfügbaren Belege zu diesem konkreten Stück stützen.

Rüstungen aus Kettengeflecht und Platten sowie Kettenhemden

Kusari kam nicht nur in Ärmeln vor. Das Met verzeichnet auch eine japanische „Rüstung aus Kettengeflecht und Platten“ aus dem 18. Jahrhundert, gefertigt aus Stahl, Textilien und Lack. Die Sammlung des Edo-Tokyo Museum umfasst außerdem ein Kettengeflechtstück mit den Maßen 81,7 × 120,6 Zentimeter. Diese Einträge zeigen, dass japanische Sammlungen unterschiedliche Formen und Größen von Kettenrüstung bewahren.

Das Minneapolis Institute of Art beschreibt ein japanisches Kettenhemd, dessen verbundene Ringe an mehreren Lagen indigogefärbten Stoffs befestigt und mit goldenen Familienwappen verziert sind. Der Sammlungstext weist außerdem darauf hin, dass in der Edo-Zeit nicht jeder eine vollständige Rüstung trug. Als Nutzer von Kettengeflecht zum Schutz nennt er unter anderem Rōnin und städtische Samurai-Polizeibeamte. Das ist hilfreicher Kontext zu diesem dokumentierten Kettenhemd, aber kein Beleg dafür, dass alle Kettenkleidungsstücke denselben Träger oder Zweck hatten.

Wie man Kusari an einer antiken Rüstung untersucht

Beginnen Sie bei der Betrachtung von Kusari mit den sichtbaren Merkmalen: Wo befindet sich das Kettengeflecht? Ist es mit Platten kombiniert? Wie verhält es sich zur textilen Grundlage? Prüfen Sie anschließend den Zustand. Achten Sie auf fehlende oder verformte Ringe, Brüche, spätere Reparaturen, Korrosion sowie Stellen, an denen Stoff oder Nähte geschwächt sind.

Diese Beobachtungen helfen, den aktuellen Zustand des Objekts zu beschreiben, belegen für sich genommen jedoch weder sein Alter noch seine Originalität oder Geschichte. Sammler sollten das gesamte Stück mit seiner Dokumentation vergleichen und keine weitreichenden Schlüsse aus einem einzelnen Merkmal ziehen. Die Einträge des Met nennen beispielsweise Materialien und Datierungen konkreter Objekte; jedes Stück muss für sich betrachtet werden.

Kusari im Gesamtsystem der japanischen Rüstung

Kusari lässt sich am besten als eines von mehreren Materialien einer vielfältigen Rüstungstradition verstehen. Eine Rüstung konnte starre Elemente, flexible Bereiche, Textilien, Lack und Schnürungen verbinden. Der Aufbau richtete sich nach dem jeweiligen Objekt; Kettengeflecht sollte daher nicht als allgemeines Merkmal jeder Samurai-Rüstung gelten.

For more context, see our guide to samurai armour and the article on sode, the shoulder guards. You can also explore the Japanese armour collection.

Häufige Fragen zu Kusari

Ist Kusari das japanische Wort für Kettengeflecht?

Kusari bedeutet „Kette“ und bezeichnet miteinander verbundene Metallringe. Der Begriff allein beschreibt nicht den vollständigen Aufbau des Objekts.

Wurde Kusari nur in gepanzerten Ärmeln verwendet?

No. Museum collections document it in sleeves, mail-and-plate armour and a chain-mail coat. Those records illustrate different uses, rather than a single standard design. The Metropolitan Museum of Art

Enthielt jede japanische Rüstung Kusari?

Nein. Die Museumsbeispiele zeigen, dass Kusari in bestimmten Objekten und Kombinationen verwendet wurde. Sein Vorhandensein muss bei jedem Stück durch Untersuchung und Dokumentation bestätigt werden.

Museumsnachweise

Eric

Eric Majó

CEO von Supein Nihonto, Händler und Sammler antiker japanischer Kunst und Waffen aus Canillo, Andorra.

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