Beschreibung
Lackierter Katana-Ständer (Katana-kake) mit Karakusa-Maki-e — Edo-Zeit, 19. Jahrhundert
Japan · Edo-Zeit · 19. Jahrhundert · Schwarzlack · Hiramaki-e · Karakusa · Gold- und kupferfarbener Lack · Mokko-gata-Basis · Ständer für ein Schwert
Ein eleganter japanischer Katana-kake aus dem 19. Jahrhundert, ausgezeichnet durch seine skulpturale vertikale Form und eine umfangreiche Karakusa-Dekoration in gold- und kupferfarbenem Lack auf tief glänzendem Schwarzlack.
Der Ständer kombiniert eine breite, gelappte Mokko-gata-Basis mit einer hohen, sanft geschwungenen Stütze, die in einer abgeflachten, geschweiften oberen Schwertauflage endet. Eine geformte Aussparung am Fuß der Stütze dient als zusätzlicher Auflagepunkt für die Tsuka und bildet damit eine spezialisierte Konstruktion, die gezielt für die Präsentation eines japanischen Schwertes entwickelt wurde.
Nahezu die gesamte sichtbare Oberfläche ist mit dichten Ranken in Hiramaki-e bedeckt. Der Wechsel zwischen Gold- und warmen Kupfertönen erzeugt einen besonders reichen Kontrast zum polierten schwarzen Lack und bewahrt zugleich die elegante Silhouette des Ständers.
Elegante Katana-kake-Form
Der Katana-kake besteht aus einer breiten geformten Basis, aus der eine schlanke, sanft geschwungene vertikale Stütze emporsteigt.
Mit einer Höhe von etwa 54 cm besitzt das Objekt eine ausgeprägte vertikale Präsenz und wirkt dank der schmalen Proportionen und subtilen Krümmung dennoch leicht.
Die Stütze endet oben in einer abgeflachten, geschweiften Plattform, die einen stabilen Auflagepunkt für das Schwert bildet.
Das Verhältnis zwischen breiter Basis, schmaler Stütze und kompakter oberer Auflage verleiht dem Objekt eine sorgfältig ausbalancierte skulpturale Wirkung.
Mokko-gata-Basis
Die Basis besitzt eine charakteristische gelappte Kontur, die eng mit der japanischen Mokko-gata-Form verbunden ist.
Abgerundete Ausbuchtungen und fließende Konturen verleihen ihr eine organischere Geometrie als einer herkömmlichen rechteckigen Plattform.
Die breite Oberfläche bietet zudem ein großzügiges Dekorfeld für das dichte Karakusa-Muster.
Eine feine goldfarbene Linie folgt dem äußeren Rand und betont die komplexe Form der Basis vor dem schwarzen Lackgrund.
Karakusa — Rankenornament
Das dominierende Dekorthema ist Karakusa, das traditionelle japanische Rankenmotiv aus fortlaufenden, sich verzweigenden und ineinandergreifenden Pflanzenformen.
Das Muster breitet sich dicht über die Basis aus und setzt sich entlang der hohen gebogenen Stütze fort, wodurch eine bemerkenswert geschlossene dekorative Komposition entsteht.
Anstelle isolierter botanischer Elemente bilden die Ranken ein kontinuierliches Netzwerk aus Stielen, Spiralen und stilisierten Blättern, das sich den unterschiedlichen Formen des Objekts natürlich anpasst.
Der fließende Charakter des Karakusa ergänzt die Krümmung der Stütze besonders wirkungsvoll und verstärkt die Bewegung der gesamten Konstruktion.
Gold- und kupferfarbenes Maki-e
Das Karakusa-Dekor ist in einer Kombination aus gold- und warm kupferfarbenem Lack ausgeführt.
Die unterschiedlichen Metalltöne verhindern, dass das dichte Muster flach wirkt, und schaffen subtile Variationen zwischen den zahlreichen Blättern und Ranken.
Vor dem tiefschwarzen Lack erhalten die kupferfarbenen Elemente eine besondere Wärme, während feinere Goldlinien Rhythmus und Struktur der Pflanzenornamentik definieren.
Bei verändertem Betrachtungswinkel wandert das Licht über Metallornament und polierten Lack und lässt verschiedene Bereiche des Musters unterschiedlich intensiv hervortreten.
Hiramaki-e-Technik
Die Dekoration entspricht dem visuellen Charakter von Hiramaki-e, einer traditionellen japanischen Lacktechnik, bei der Metallpulver verwendet werden, um vergleichsweise flache Motive auf der Oberfläche zu erzeugen.
Diese Technik eignet sich besonders für das dichte Karakusa-Muster, da sie großflächiges Ornament ermöglicht, ohne die geschmeidige Silhouette des Objekts zu stören.
Feine geschwungene Linien definieren die Ranken, während größere Metallflächen die stilisierten Blätter formen.
Das Ergebnis ist eine reich dekorierte Oberfläche, die dennoch die charakteristische Glätte und Reflexionswirkung japanischer Lackkunst bewahrt.
Glänzender Schwarzlackgrund
Die Metallverzierung liegt auf einem polierten schwarzen Lackgrund und erzeugt einen starken Kontrast zwischen dunklen reflektierenden Flächen und warmem metallischem Ornament.
Der Schwarzlack bleibt zwischen den einzelnen Karakusa-Elementen sichtbar und fungiert als negativer Raum innerhalb der Komposition.
Dadurch bleiben auch die feinsten Ranken trotz der außergewöhnlichen Dichte des Dekors klar erkennbar.
Die polierte Oberfläche reagiert zudem stark auf gerichtetes Licht und unterstreicht die dreidimensionale Krümmung der Stütze sowie die Konturen der Basis.
Dekorierte gebogene Stütze
Die lange vertikale Stütze ist nicht lediglich als konstruktives Element behandelt, sondern bildet einen integralen Bestandteil des gesamten Dekorprogramms.
Karakusa-Ranken steigen kontinuierlich über die glänzend schwarze Oberfläche auf, wobei Blätter und Spiralen der sanften Krümmung folgen.
Die langgestreckten Proportionen bieten eine ideale Fläche für die vertikale Entwicklung des Musters und verbinden die reich dekorierte Basis optisch mit der oberen Schwertauflage.
Die Kombination aus geschwungener Silhouette und fließender Pflanzenornamentik verleiht diesem Abschnitt beinahe kalligrafische Qualitäten.
Obere Schwertplattform
Am oberen Ende der Stütze befindet sich eine abgeflachte, geformte Plattform zur Auflage des Schwertes.
Ihre geschweiften Konturen greifen den gelappten Charakter der Basis auf und bewahren die organische Formensprache des gesamten Designs.
Eine feine goldfarbene Randlinie betont den äußeren Abschluss, während Schwarzlack und Metallornament über die sichtbaren Flächen weitergeführt werden.
Diese sorgfältige Ausführung sorgt dafür, dass auch das funktionalste Element vollständig in die dekorative Gesamtkomposition integriert bleibt.
Tsuka-Auflage an der Basis
Ein besonders interessantes funktionales Detail ist die geformte Aussparung am Fuß der vertikalen Stütze.
Sie dient dazu, die Tsuka, also den Griff des Schwertes, aufzunehmen und zu stabilisieren.
Gemeinsam mit der oberen Plattform entstehen zwei getrennte Auflagepunkte, durch die das montierte Schwert sicher präsentiert werden kann.
Dieses Detail zeigt deutlich, dass die Form des Objekts auf die praktischen Anforderungen einer Schwertpräsentation abgestimmt wurde und nicht lediglich als dekorativer Sockel gedacht war.
Feine goldfarbene Randlinien
Feine metallische Linien betonen mehrere der wichtigsten Konturen des Ständers.
Besonders an Basis und oberer Plattform trennen diese Goldränder die glänzend schwarzen Formen wirkungsvoll vom umgebenden Raum.
Die zurückhaltende Verwendung dieser Linien sorgt für zusätzliche Definition, ohne mit dem sehr dichten Karakusa-Dekor zu konkurrieren.
Sie verdeutlichen zugleich das handwerkliche Können, das erforderlich war, um die Lackdekoration an die komplexen gebogenen und gelappten Ränder anzupassen.
Unterseite in schlichtem Schwarzlack
Im Gegensatz zu den reich dekorierten sichtbaren Oberflächen ist die Unterseite der Basis in vergleichsweise zurückhaltendem schlichtem Schwarzlack gehalten.
Dieser Unterschied entspricht der funktionalen Hierarchie des Objekts und konzentriert das aufwendige Metallornament auf die während der Präsentation sichtbaren Bereiche.
Die schlichte Unterseite bildet außerdem einen deutlichen Kontrast zu den stark dekorierten Oberflächen und zeigt den grundlegenden Charakter der schwarzen Lackierung besonders unmittelbar.
Funktion als Schwertständer
Katana-kake dieser spezialisierten Form dienten zur Präsentation eines japanischen Schwertes, wenn dieses nicht getragen wurde.
Die obere Plattform unterstützt das Schwert im Bereich der Klinge beziehungsweise nahe der Tsuba, während die untere Aussparung die Tsuka stabilisiert.
Dadurch werden Schwert und Ständer zu einer einheitlichen Präsentation, bei der sowohl die Montierung des Schwertes als auch die Lackdekoration des Katana-kake gemeinsam wirken.
Der hohe Aufwand bei der Gestaltung des Ständers unterstreicht die Bedeutung der Präsentation innerhalb der materiellen Kultur des japanischen Schwertes.
Dekorativer Rhythmus und visuelle Bewegung
Die auffälligste visuelle Eigenschaft des Stückes ist das Zusammenspiel zwischen skulpturaler Form und kontinuierlicher Karakusa-Ornamentik.
Die Ranken winden, verzweigen und drehen sich über die Basis, bevor sie entlang der gebogenen Stütze nach oben weiterlaufen.
Dadurch entsteht eine Bewegung, die das gesamte Objekt durchzieht und nicht auf einzelne Dekorfelder beschränkt bleibt.
Die wiederholten Metallblätter erzeugen einen visuellen Rhythmus, während die feineren Ranken sie zu einem kontinuierlichen Ornamentnetz verbinden.
Handwerk und dekorative Qualität
Besonders bemerkenswert ist die große Ausdehnung der Dekoration.
Anstatt das Maki-e ausschließlich auf die breite Basis zu beschränken, führte der Handwerker das Karakusa-Muster über Stütze und obere Plattform weiter und passte es an Flächen sehr unterschiedlicher Größe und Krümmung an.
Ein so dichtes und zusammenhängendes Rankenmuster über eine komplexe dreidimensionale Konstruktion hinweg auszuführen, hätte ein hohes Maß an Kontrolle über die Lacktechnik erfordert.
Die Kombination aus poliertem Schwarzlack, metallischem Hiramaki-e und sorgfältig definierten Konturen verleiht dem Ständer einen besonders geschlossenen und hochwertigen Charakter.
Japanische Lackkunst der Edo-Zeit
Form, Ornamentik und Lacktechniken des Stückes sind mit japanischer Produktion des 19. Jahrhunderts während der Edo-Zeit vereinbar.
Karakusa war fest in den japanischen dekorativen Künsten verankert und wurde auf unterschiedlichste Objekte übertragen, von architektonischen Elementen und Möbeln bis zu Schwertzubehör und Lackarbeiten.
Bei diesem Katana-kake eignet sich das kontinuierliche Rankenmotiv besonders gut, um der ungewöhnlichen Geometrie des Objekts zu folgen.
Das Ergebnis verbindet die praktischen Anforderungen der Schwertpräsentation mit den anspruchsvollen Traditionen japanischer Lackkunst.
Erhaltungszustand
Der Katana-kake befindet sich in einem antiken Zustand mit altersbedingten Gebrauchsspuren, die für ein japanisches Lackobjekt des 19. Jahrhunderts angemessen sind.
Schwarzlack und umfangreiche metallische Karakusa-Dekoration sind weiterhin deutlich sichtbar und bewahren den starken Kontrast und dekorativen Rhythmus des Stücks.
Kleinere Oberflächenabnutzungen, Unregelmäßigkeiten, Fehlstellen und historische Veränderungen an Lack oder Metallornament sollten im Zusammenhang mit Alter und Gebrauch eines antiken Objekts dieser Art betrachtet werden.
Bitte prüfen Sie die beigefügten hochauflösenden Fotografien sorgfältig, da sie einen wesentlichen Bestandteil der Beschreibung bilden und den aktuellen Zustand des Objekts am genauesten dokumentieren.
Sammlerinteresse
Dieser Katana-kake vereint mehrere Eigenschaften, die für Sammler japanischer Lackkunst, Samurai-Kultur und schwertbezogener Objekte von besonderem Interesse sind.
Die charakteristische Mokko-gata-Basis und die elegante gebogene Stütze schaffen eine skulpturale Form, die sich deutlich von bekannteren horizontalen Mehrschwertständern unterscheidet.
Das umfangreiche Karakusa-Maki-e in kontrastierenden Gold- und Kupfertönen vor glänzendem Schwarzlack verleiht dem Objekt eine besonders starke dekorative Präsenz.
Die geformte Tsuka-Aussparung ist ebenfalls ein wichtiges funktionales Detail und zeigt, wie gezielt die Architektur des Ständers auf die Präsentation eines montierten japanischen Schwertes abgestimmt wurde.
Mit Maßen von 54 × 35 cm ist er ein elegantes Beispiel dafür, wie ein praktischer Gegenstand aus der japanischen Schwertkultur zugleich zu einem anspruchsvollen Werk dekorativer Lackkunst werden konnte.
Spezifikationen
- Objekt: Japanischer Katana-kake / Schwertständer
- Periode: Edo-Zeit, 19. Jahrhundert
- Herkunft: Japan
- Kapazität: Ein Schwert
- Format: Vertikaler Ständer für ein einzelnes Schwert
- Material: Lackiertes Holz
- Grund: Glänzender Schwarzlack
- Haupttechnik: Dekoration im Hiramaki-e-Stil
- Hauptmotiv: Karakusa-Ranken
- Metallische Dekoration: Gold- und kupferfarbener Lack
- Basisform: Gelappte Mokko-gata- / wolkenförmige Plattform
- Stütze: Schlank und sanft gebogen
- Obere Auflage: Abgeflachte geschweifte Schwertplattform
- Untere Auflage: Geformte Aussparung für die Tsuka
- Randdekoration: Feine goldfarbene Linien
- Unterseite: Schlichter Schwarzlack
- Maße: 54 × 35 cm
- Zustand: Antiker Zustand mit altersbedingten Gebrauchsspuren
Ein eleganter japanischer Katana-kake aus der Edo-Zeit des 19. Jahrhunderts, ausgezeichnet durch seine skulpturale Form und eine umfangreiche Karakusa-Maki-e-Dekoration. Eine breite gelappte Mokko-gata-Basis geht in eine schlanke, sanft gebogene Stütze über, die in einer geformten oberen Schwertplattform endet, während eine spezielle Aussparung am Fuß der Stütze zur Aufnahme und Stabilisierung der Tsuka dient. Dichte Ranken in gold- und kupferfarbenem Hiramaki-e ziehen sich über die glänzend schwarze Lackoberfläche, während feine metallische Randlinien die Konturen von Basis und oberer Auflage betonen. Mit Maßen von 54 × 35 cm verbindet dieser charakteristische Ständer für ein einzelnes Schwert funktionale Schwertpräsentation mit der verfeinerten Ornamentik und Handwerkskunst japanischer Lackkunst des 19. Jahrhunderts.












