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Oni vs. Skelett Sumo Netsuke mit Elfenbein

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Artikelnummer: NETSUKE-ONI-SKELETON-NTSW1206 Kategorie: Schlagwort:

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Beschreibung

Netsuke aus der späten Edo- bis Meiji-Zeit aus dunkel gebeiztem Holz mit Elfenbeineinlagen – Oni gegen Skelett im Sumo-Kampf

Japan · Späte Edo- bis Meiji-Zeit · Figürliches Gruppen-Katabori-Netsuke · Oni und Gaikotsu · Humoristisches Sumo · Dunkel gebeiztes Holz mit Elfenbeineinlagen

Ein bemerkenswertes japanisches figürliches Gruppen-Katabori-Netsuke aus der Übergangszeit von der späten Edo- zur Meiji-Zeit, geschnitzt aus dunkel getöntem Holz und dargestellt als dramatischer Ringkampf zwischen einem Oni und einem beweglich wirkenden Skelett (gaikotsu).

Die beiden Figuren sind in einer Haltung miteinander verschränkt, die deutlich an einen Sumo-Kampf erinnert. Dadurch wird die übernatürliche Konfrontation zwischen Dämon und Skelett zu einer Szene mit ausgeprägt schwarzem Humor. Cremefarbene Elfenbeineinlagen an den Hörnern, Fangzähnen und Augen des Oni bilden einen markanten Kontrast zum tief dunkel gefärbten Holz.

Die kompakte Mehrfigurenkomposition verbindet makabre Bildsprache, humorvolle Erzählung und technisch anspruchsvolle Schnitzerei. Beide Figuren befinden sich in voller körperlicher Spannung auf einer ovalen Basis, die als dohyō, also als Sumo-Ring, gestaltet ist.


Der Oni

Der Oni ist als kraftvolle, muskulöse Gestalt mit den charakteristischen Merkmalen der Dämonen aus der japanischen Folklore dargestellt. Wildes, zotteliges Haar umrahmt den Kopf, während kurze Hörner und deutlich hervortretende Fangzähne sein furchteinflößendes Erscheinungsbild verstärken.

Die Hörner, Fangzähne und Augen sind durch helle Elfenbeineinlagen hervorgehoben, die sich deutlich vom dunklen Holz absetzen und den Blick unmittelbar auf den intensiven Gesichtsausdruck lenken. Der Mund ist geöffnet, als würde der Oni während des Kampfes schreien oder knurren.

Der Körper ist kraftvoll modelliert, mit gerundeten Schultern, kräftigen Armen und gebeugten Beinen, die die physische Spannung des Ringkampfes vermitteln. Um die Hüften trägt er einen kurzen Lendenschurz mit locker und tief ausgearbeiteten Falten.


Das Skelett – Gaikotsu

Der Gegner ist ein artikuliert dargestelltes Skelett (gaikotsu), dessen knöcherne Anatomie bewusst stark betont wurde. Der längliche Schädel, die hohle Mimik und die offen dargestellte Skelettstruktur verleihen der Figur eine eindeutig makabre Wirkung, die mit der beinahe komischen Dynamik der Szene kontrastiert.

Rippen und Gelenke sind sorgfältig herausgearbeitet, während Bereiche wie Wirbelsäule, Knie und Knöchel durch übereinander angeordnete ringförmige Elemente betont werden, die den mechanischen Aufbau des Skeletts besonders deutlich machen.

Skelette waren ein besonders reizvolles Motiv für Netsuke-Schnitzer, da sie technische Virtuosität mit Themen wie Vergänglichkeit, übernatürlicher Bildwelt und Humor verbinden konnten. Hier erscheint das Gaikotsu nicht als passives Symbol des Todes, sondern als vollständig in den Kampf eingebundener Gegner.


Ein Humoristischer Sumo-Kampf

Oni und Skelett packen sich fest an Schultern und Armen, ihre Körper gegeneinander geneigt, die Beine gebeugt und die Füße sicher auf dem Boden verankert.

Die Haltung erinnert unmittelbar an die körperliche Spannung eines Sumo-Kampfes, doch die ungewöhnlichen Teilnehmer verwandeln die vertraute sportliche Szene in eine übernatürliche Parodie. Der Kontrast zwischen dem kraftvollen Dämon und seinem knöchernen Gegner verleiht der Darstellung zugleich Humor und visuelle Dramatik.

Solche spielerischen Umkehrungen sind charakteristisch für die Bildwelt japanischer Netsuke, in der Gottheiten, Dämonen, Geister und legendäre Wesen häufig in alltägliche menschliche Aktivitäten versetzt werden.


Das Dohyō – Der Sumo-Ring

Die beiden Ringer stehen auf einer ovalen Basis, die als miniaturisiertes dohyō, der traditionelle Ring des Sumo, gestaltet ist.

Die Oberseite besitzt eine fein gravierte, körnige Struktur, die an Sand oder verdichtete Erde erinnert. In der Mitte befindet sich eine helle Elfenbeineinlage, die einen starken optischen Mittelpunkt bildet und die Interpretation der Basis als stilisierte Sumo-Arena zusätzlich unterstützt.

Die breite Basis erfüllt zugleich eine wichtige konstruktive Funktion, da sie die beiden dynamisch angeordneten Figuren zu einer stabilen und zusammenhängenden Komposition verbindet.


Schnitzerei und Mehrfigurenkomposition

Zwei Figuren in einer so intensiven körperlichen Interaktion innerhalb eines derart kompakten Formats zu schnitzen, erfordert eine hohe Beherrschung von Volumen und Negativraum. Arme, Oberkörper und Beine überschneiden sich, bleiben jedoch klar voneinander lesbar, sodass die Kampfhandlung aus mehreren Blickwinkeln nachvollziehbar bleibt.

Tiefe Unterschneidungen trennen Gliedmaßen und Körper, während die glatteren, polierten Muskelpartien des Oni einen deutlichen Kontrast zur scharf definierten Anatomie des Skeletts bilden.

Die sehr dunkle Färbung des Holzes, wahrscheinlich durch Beizung oder Ebonisierung erzielt, verstärkt den plastischen Kontrast zusätzlich, insbesondere gegenüber den hellen Einlagen am Oni und an der Basis.


Holz und Elfenbeineinlagen

Die Gruppe ist aus dichtem, dunkel getöntem Holz geschnitzt, wahrscheinlich aus gebeiztem oder ebonisiertem Buchsbaum. Die dunkle Oberfläche bildet einen wirkungsvollen Hintergrund für die helleren Einlagen und unterstreicht zugleich die Tiefe der Schnitzerei.

Cremefarbene Elfenbeineinlagen werden gezielt für Hörner, Augen und Fangzähne des Oni sowie für Details an der Basis und deren Unterseite eingesetzt. Die Kombination kontrastierender Materialien verleiht der Komposition zusätzliche Raffinesse und visuelle Komplexität.


Signatur und Himotoshi

Die Unterseite der Basis weist zwei besonders bemerkenswerte Details auf.

Eine Signatur (mei) ist auf einem hellen Elfenbeinpanel eingeschnitten. Zwei Kanji sind in einer kursiven oder verkürzten Schreibweise erkennbar, doch anhand der Fotografien allein kann weder eine zuverlässige Lesung noch eine Künstlerzuschreibung vorgenommen werden.

In der Nähe befindet sich ein rundes Himotoshi, das von einer dekorativen Elfenbeinfassung aus kleinen radial angeordneten Segmenten umgeben ist. Dieses sorgfältig ausgearbeitete Detail zeigt, dass selbst den Bereichen Aufmerksamkeit gewidmet wurde, die beim Tragen des Netsuke normalerweise verborgen blieben.


Folklore, Humor und Symbolik

Die Kombination aus Oni und Skelett vereint zwei kraftvolle Motive der japanischen übernatürlichen Bildwelt. Oni stehen für mächtige dämonische Kräfte, während Skelette naturgemäß Vergänglichkeit und die Welt der Geister hervorrufen.

Statt beide Figuren in einem erschreckenden Zusammenhang darzustellen, versetzt der Schnitzer sie in die sofort erkennbare Situation eines Sumo-Kampfes. Das Ergebnis verbindet das Übernatürliche mit Parodie und verwandelt zwei potenziell bedrohliche Figuren in Teilnehmer eines energiegeladenen und humorvollen sportlichen Wettkampfs.

Diese Mischung aus Witz, makabrer Bildsprache und technischem Können passt besonders gut zur Netsuke-Tradition, in der hochkomplexe Themen auf bemerkenswert kleinem Raum in plastische Kompositionen umgesetzt wurden.


Sammlerinteresse

Dieses Netsuke zeichnet sich besonders durch seine Mehrfigurenkomposition, das ungewöhnliche Motiv eines Oni im Kampf mit einem Skelett, die kontrastreichen Einlagen und die dynamische Darstellung des Ringkampfes aus.

Die artikulierte Anatomie des Gaikotsu, die expressive Modellierung des Oni, das miniaturisierte Dohyō und die sorgfältig ausgearbeitete Unterseite zeugen von hohem erzählerischem und technischem Anspruch.

Die Verbindung von übernatürlicher Ikonografie, humorvoller Sumo-Darstellung und kontrastierenden Materialien macht die Arbeit zu einem besonders charakteristischen Beispiel japanischer figürlicher Netsuke-Schnitzerei aus der Übergangszeit zwischen später Edo- und Meiji-Zeit.


Spezifikationen

  • Objekt: Japanisches Netsuke
  • Typ: Figürliches Gruppen-Katabori-Netsuke
  • Motiv: Oni ringt mit einem Skelett (Gaikotsu) in einer humoristischen Sumo-Szene
  • Periode: Späte Edo- bis Meiji-Zeit
  • Herkunft: Japan
  • Material: Dunkel gebeiztes Holz, wahrscheinlich gebeizter oder ebonisierter Buchsbaum
  • Einlagen: Cremefarbenes Elfenbein
  • Basis: Ovales Dohyō mit gravierter erdartiger Struktur und Elfenbeineinlage
  • Signatur: Zwei-Kanji-Mei auf einem Elfenbeinpanel; Lesung und Zuschreibung nicht bestätigt
  • Himotoshi: Rundes Himotoshi mit dekorativer radialer Elfenbeinfassung
  • Maße: 4,1 × 3,8 cm

Ein außergewöhnliches Gruppen-Netsuke aus der späten Edo- bis Meiji-Zeit, das einen Oni und ein artikuliert dargestelltes Skelett in einem humoristischen Sumo-Kampf zeigt. Die Schnitzerei aus dunkel gebeiztem Holz mit kontrastierenden Elfenbeineinlagen verbindet übernatürliche Bildwelt, makabren Humor, anspruchsvolle Mehrfigurenschnitzerei und fein ausgearbeitete Details in einer kompakten und besonders ausdrucksstarken Komposition.

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