Toyohara Kunichika – Mongaku am Nachi-Wasserfall

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Beschreibung

Toyohara Kunichika – Schauspieler als Mongaku Shōnin am Nachi-Wasserfall – Original Ukiyo-e

Ein originaler japanischer Ōban-Tate-e-Nishiki-e-Holzschnitt von Toyohara Kunichika (1835–1900), der den legendären buddhistischen Asketen Mongaku Shōnin bei seiner berühmten Wasserfallaskese am Nachi-Wasserfall zeigt.

Die Komposition wird von mächtigen Strömen gesättigten blauen Wassers beherrscht, die direkt über Kopf und Schultern des Schauspielers herabfallen. Er steht unter dem Wasserfall mit zum Gebet gefalteten Händen, hält einen rituellen Gegenstand zwischen den Zähnen und trägt die dunklen Gewänder sowie die großen goldenen Gebetsperlen eines asketischen Mönchs.

Die Titelkartusche identifiziert die Rolle ausdrücklich als Mongaku Shōnin und macht den Druck zu einem besonders dramatischen Beispiel für Kunichikas Yakusha-e: Ein Kabuki-Schauspielerporträt wird zu einer Szene religiöser Ausdauer, Reue und übernatürlicher Legende.

Das Ukiyo-e wird einzeln gerahmt und fertig zum Aufhängen geliefert.


Mongaku Shōnin unter dem Nachi-Wasserfall

Das Motiv zeigt Mongaku Shōnin, eine der dramatischsten religiösen Gestalten der japanischen historischen Überlieferung und Theaterkultur.

Vor seinem Eintritt in den buddhistischen Orden war Mongaku als Endō Morito bekannt, ein Samurai, der mit dem Watanabe-Clan verbunden war. Der traditionellen Erzählung zufolge wurde Morito von Kesa Gozen, einer verheirateten Frau, besessen und plante, ihren Ehemann zu töten.

Kesa versuchte den Mord zu verhindern, indem sie den Platz ihres Mannes einnahm. Morito wusste nichts von dem Austausch und tötete stattdessen sie. Von Reue überwältigt, gab er sein früheres Leben auf und trat unter dem Namen Mongaku in den buddhistischen Orden ein.


Takigyō – Wasserfallaskese

Mongakus Reue wurde eng mit einer extremen Form asketischer Wasserfallpraxis verbunden, die als Takigyō bekannt ist.

Der Legende nach setzte er sich den eisigen Wassermassen des Nachi-Wasserfalls in der heutigen Präfektur Wakayama aus und führte seine Askese fort, bis er dem Tod nahe war.

Diese Szene wurde zu einem der prägendsten Bilder der Mongaku-Legende. In traditionellen Erzählungen wird er schließlich durch übernatürliche Intervention gerettet, wobei Gestalten aus dem Umfeld von Fudō Myōō ihm zu Hilfe kommen.

Kunichika verwandelt diesen Moment in ein Bild von intensiver Theatralik: Das herabstürzende Wasser scheint die Figur beinahe zu verschlingen, während die starre Haltung und die gefalteten Hände Entschlossenheit, Leiden und spirituelle Disziplin vermitteln.


Der Nachi-Wasserfall

Nachi no Taki, der Nachi-Wasserfall, zählt zu den berühmtesten heiligen Wasserfällen Japans und ist Teil der religiösen Landschaft der Kumano-Region.

In diesem Druck ist der Wasserfall weit mehr als ein Hintergrund. Er beherrscht die gesamte Komposition mit breiten vertikalen Bahnen aus tiefem und hellem Blau, die die Figur umgeben und optisch auf sie niederdrücken.

Das Wasser fällt über Kopf und Schultern und teilt die Figur in einzelne Bereiche, wodurch der Eindruck verstärkt wird, Mongaku sei körperlich vollständig der Kraft des Wasserfalls ausgesetzt.


Der Schauspieler in der Rolle des Mongaku

Kunichika zeigt den Schauspieler aus nächster Nähe und konzentriert die Aufmerksamkeit auf Gesicht, Gebetshaltung und dramatisches Kostüm.

Der Ausdruck ist streng und höchst konzentriert. Die Hände sind fest vor der Brust gefaltet, während ein ritueller Gegenstand waagerecht zwischen den Zähnen gehalten wird.

Der Schauspieler trägt dunkle asketische Gewänder, die mit markanten goldenen Gebetsperlen kontrastieren, während die mächtigen blauen Wasserströme über und um seinen Körper fließen.

Das Ergebnis verbindet die erkennbare Bildsprache einer Kabuki-Aufführung mit dem legendären Bild eines Mönchs, der eine extreme religiöse Askese durchsteht.


Toyohara Kunichika – Meister des Kabuki-Porträts

Toyohara Kunichika (1835–1900), als Ōshima Yasohachi in Edo geboren, wurde zu einem der führenden japanischen Druckkünstler des späten 19. Jahrhunderts.

Nach seiner Ausbildung in der Utagawa-Tradition wurde er Schüler von Utagawa Kunisada (Toyokuni III), einem der einflussreichsten Ukiyo-e-Künstler seiner Generation.

Kunichika pflegte eine außergewöhnlich enge Beziehung zum Kabuki-Theater. Er arbeitete häufig hinter den Kulissen der Theater von Edo und später Tokyo, zeichnete bekannte Schauspieler nach dem Leben und verwandelte ihre Auftritte in hoch expressive Yakusha-e.

Sein Werk zeichnet sich durch kühne Kompositionen, nah herangeführte Gesichter, starke Ausdruckskraft und lebhafte Farben aus — Eigenschaften, die sich besonders gut für die dramatische Welt des Kabuki eigneten.


Intensives Blau der Meiji-Zeit

Kunichika arbeitete in einer Zeit des raschen Wandels im japanischen Farbholzschnitt, als neu verfügbare importierte Pigmente Künstlern immer stärker gesättigte Farben ermöglichten.

Das intensive Blau des Wasserfalls ist eines der unmittelbar auffälligsten Merkmale dieses Drucks. Verschiedene Blautöne werden übereinander und nebeneinander eingesetzt, um den Eindruck ständig fließenden Wassers zu erzeugen.

Die Leuchtkraft des Blaus wird durch schwarze und graue Gewänder, Hauttöne, goldene Gebetsperlen sowie kleinere rote und grüne Bereiche ausgeglichen, wodurch eine kontrollierte und dennoch äußerst kraftvolle Komposition entsteht.


Yakusha-e – Kabuki-Schauspielerdrucke

Yakusha-e waren Holzschnitte mit Darstellungen von Kabuki-Schauspielern, Rollen und Aufführungen. Sie gehörten während der Edo- und Meiji-Zeit zu den bedeutendsten und populärsten Zweigen des Ukiyo-e.

Anstatt lediglich das Aussehen eines Schauspielers festzuhalten, betonten die Künstler häufig erkennbare Bühnenausdrücke, Gesten und Kostüme, sodass sowohl Darsteller als auch Rolle identifiziert werden konnten.

Kunichika wurde zu einem der letzten großen Meister, die sich umfassend auf diese Tradition spezialisierten, zu einer Zeit, in der die Fotografie den Holzschnitt zunehmend als Medium zeitgenössischer Schauspielerporträts herausforderte.


Mitate Nachi no Taki

Die Komposition gehört zur Mitate Nachi no Taki-Bildwelt, die mit Kunichikas Theaterdarstellungen verbunden ist.

Der monumentale Wasserfall schafft einen gemeinsamen visuellen Rahmen, in dem verschiedene Schauspieler und legendäre Figuren die zentrale Rolle übernehmen können.

Hier ist diese Verbindung besonders überzeugend, da der Wasserfall ein wesentlicher Bestandteil von Mongakus Geschichte ist und nicht bloß dekorative Kulisse. Naturlandschaft und Theatersujet werden untrennbar miteinander verbunden.


Ōban Tate-e Nishiki-e

Das Werk ist im traditionellen Ōban-Tate-e-Format gedruckt, dem großen Hochformat, das häufig für japanische Schauspielerdrucke verwendet wurde.

Es handelt sich um ein Nishiki-e, einen polychromen Farbholzschnitt, bei dem mehrere geschnitzte Holzplatten verwendet wurden, um einzelne Farben mit präziser Registrierung aufzutragen.

Dieses technisch anspruchsvolle Verfahren erlaubte Kunichika, feine Linienführung, dramatische Gesichtsdarstellung und große Flächen gesättigter Farbe in einer einzigen Komposition zu vereinen.


Provenienz – Sammlung Dr. Eugen Milch

Dieser Druck stammt aus der Sammlung von Dr. Eugen Milch (1889–1958), einem österreichischen Arzt und Künstler, dessen Leben von umfangreichen Reisen durch Europa und Asien geprägt war.

Milch diente während des Ersten Weltkriegs als Sanitätsoffizier und unternahm Anfang der 1920er Jahre ausgedehnte Studien- und Malreisen. 1924 heiratete er die Künstlerin Emma Bormann, und das Paar reiste im selben Jahr nach Schweden. Gemeinsam mit dem Künstler Oskar Bergman stellten sie mehrere Gemälde im Liljevalchs in Stockholm aus.

1937 reiste Eugen Milch zusammen mit anderen österreichischen Ärzten auf Einladung der chinesischen Regierung nach China. 1938 wurde er Leiter eines Krankenhauses in Beihai, China.

Nach der japanischen Besetzung von Teilen der südchinesischen Küste, einschließlich Beihai, zog die Familie Milch 1941 nach Shanghai.

Eugen unterstützte später britische Kräfte in China und erhielt dafür die britische Staatsbürgerschaft. Anschließend reiste er nach Japan, um die Folgen des Krieges zu untersuchen, und vermutlich erwarb er dort die vorliegende Sammlung japanischer Holzschnitte.

Er starb 1958 in Hongkong. Die Sammlung wurde anschließend innerhalb der Familie vererbt.


Originaler antiker japanischer Holzschnitt

Es handelt sich um einen originalen antiken japanischen Holzschnitt (Ukiyo-e) und nicht um eine moderne Reproduktion oder einen späteren Nachdruck.

Es ist ein authentisches historisches Werk, das Materialien, Druckmerkmale und natürliche Alterung eines originalen japanischen Holzschnitts bewahrt und nicht neu hergestellt wurde, um ein antikes Stück nachzuahmen.

Wie bei jedem Werk auf Papier dieses Alters sind leichte Alterungs- und Gebrauchsspuren normal. Eine sanfte Tönung des Papiers, kleine Flecken oder Knicke sowie leichte Handhabungsspuren können vorhanden sein und gehören zur natürlichen Geschichte eines antiken Drucks, der weit über ein Jahrhundert überdauert hat.

Diese Merkmale sind typisch für authentische Ukiyo-e ihrer Zeit und sollten im Zusammenhang mit dem Alter des Drucks betrachtet werden. Individuelle Zustandsangaben dienen der Transparenz und bedeuten nicht, dass sich das Werk in schlechtem Zustand befindet.


Zustand

Der Druck befindet sich in gutem Allgemeinzustand.

Es sind einige altersbedingte Gebrauchsspuren sowie leichte Handhabungsknicke vorhanden. Diese sind für ein originales japanisches Werk auf Papier aus dem 19. Jahrhundert angemessen und beeinträchtigen die visuelle Wirkung der Komposition nicht wesentlich.

Bitte prüfen Sie die Detailfotografien sorgfältig, da sie einen wichtigen Bestandteil der Beschreibung bilden und Papier, Pigmente, Ränder und erhaltene Oberfläche aus nächster Nähe zeigen.

Der Druck ist einzeln gerahmt und wird komplett mit Rahmen, fertig zum Aufhängen, verkauft.


Hauptmerkmale

  • Künstler: Toyohara Kunichika (1835–1900)
  • Motiv: Schauspieler als Mongaku Shōnin unter dem Nachi-Wasserfall
  • Japanischer Titel: Mitate Nachi no Taki, Mongaku Shōnin (見立 那智の滝, 文覚上人)
  • Figur: Mongaku Shōnin / Endō Morito
  • Szene: Wasserfallaskese am Nachi-Wasserfall
  • Dargestellte Praxis: Takigyō
  • Genre: Yakusha-e / Kabuki-Schauspielerdruck
  • Periode: Meiji-Zeit, 19. Jahrhundert
  • Herkunft: Japan
  • Format: Ōban tate-e
  • Technik: Nishiki-e, polychromer Farbholzschnitt
  • Druck: Originaler antiker japanischer Holzschnitt
  • Hauptmotiv: Schauspieler umgeben von herabstürzendem blauem Wasser
  • Provenienz: Sammlung Dr. Eugen Milch (1889–1958)
  • Weitere Provenienz: Durch Vererbung innerhalb der Familie
  • Zustand: Guter Allgemeinzustand mit altersbedingten Gebrauchsspuren und leichten Handhabungsknicken
  • Präsentation: Einzeln gerahmt
  • Rahmen: Enthalten – fertig zum Aufhängen

Ein dramatischer originaler Ukiyo-e-Druck der Meiji-Zeit von Toyohara Kunichika, der den Schauspieler in der Rolle des Mongaku Shōnin bei seiner legendären Wasserfallaskese am Nachi-Wasserfall zeigt. Die herabstürzenden gesättigten blauen Wassermassen, die fest gefalteten Hände, die goldenen Gebetsperlen und der intensive Gesichtsausdruck schaffen ein kraftvolles Bild religiöser Disziplin, übersetzt in die theatralische Bildsprache des Kabuki. Mit Provenienz aus der Sammlung von Dr. Eugen Milch und gerahmt sowie fertig zum Aufhängen angeboten, ist der Druck ein überzeugendes Beispiel für Kunichikas späte Yakusha-e und seine Fähigkeit, legendäre Erzählung, Schauspielerporträt und kraftvolle Meiji-Farbigkeit in einer einzigen Komposition zu vereinen.

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